Neues Aufzeichnungsverfahren: Western Digital verspricht Festplatten mit 40 TByte bis 2025

So genanntes Microwave-Assisted Magnetic Recording (MAMR) soll die Speicherkapazitäten von Festplatten in den nächsten Jahren mehr als verdoppeln. Erste Laufwerke mit der neuen Technik sollen 2019 erscheinen.

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Mit einer neuen Aufzeichnungstechnik will Western Digital die Kapazitäten von Festplatten in den nächsten Jahren deutlich steigern. Zuletzt schienen große Kapazitätssprünge kaum noch möglich, weil das immer dichtere Ablegen der Daten auch eine weitere Verkleinerung der Schreibköpfe nach sich zieht, die irgendwann kein Magnetfeld mehr produzieren können, das zum Schreiben der Daten ausreicht. Beim kürzlich vorgestellten Microwave-Assisted Magnetic Recording, kurz: MAMR, erzeugt nun ein sogenannter »Spin Torque Oscillator« ein Mikrowellenfeld, das für eine Vormagnetisierung sorgt, durch die der Schreibkopf die Platten schneller und leichter magnetisieren kann.

Dadurch sollen sich die Schreibköpfe weiter verkleinern und Daten doch noch dichter packen lassen. Western Digital rechnet mit einer Steigerung der Datendichte von derzeit 1,1 auf 4 Terabit pro Quadratzoll, was bis 2025 zu Festplatten mit 40 TByte führen soll. Man rechne jedoch damit, dass auch »jenseits dieses gesteckten Zeitrahmens noch weitere Kapazitätssteigerungen möglich sein dürften«, heißt es beim Hersteller. Zum Vergleich: Aktuelle Festplatten fassen bis zu 12 TByte, erste Modelle mit 14 TByte sind angekündigt.

Bis 2019 will Western Digital die ersten HDDs mit MAMR-Technologie auf den Markt bringen. Sie sollen in erster Linie in Rechenzentren und dort bei Big-Data-Anwendungen zum Einsatz kommen. Performance und Zuverlässigkeit sollen aktuellen Enterprise-Laufwerken entsprechen.

Zwar wird Western Digital, wie andere Hersteller auch, weiter am Heat-Assisted Magnetic Recording (HAMR) forschen, das ebenfalls dazu geeignet ist, die Kapazitäten von Festplatten weiter zu erhöhen. Doch wegen der höheren Temperaturen werden andere Materialien als bisher benötigt und es stellen sich neue Herausforderungen bezüglich der Zuverlässigkeit. Der Hersteller sieht daher für MAMR die besseren Zukunftsaussichten und setzt hier künftig den Fokus.