Absichtserklärung unterzeichnet: Toshiba verkauft Speichersparte wahrscheinlich an Bain Capital

Das monatelange Ringen um die Speichersparte von Toshiba steht offenbar kurz vor dem Ende. Wie der japanische Konzern mitteilt, wurde eine Absichtserklärung mit dem Finanzinvestor Bain Capital unterzeichnet. Davon könnte auch Apple profitieren.

Toshiba-Speicherchipfabrik im japanischen Yokkaichi
(Foto: Toshiba)

Vor wenigen Tagen noch hatten japanische Medien berichtet, Toshiba werde seine Speicherchip-Fertigung an Western Digital verkaufen. Doch wie es nun aussieht, muss sich der Storage-Hersteller, der die Produktionsanlage in Yokkaichi gemeinsam mit Toshiba in einem Joint-Venture betreibt, bald an einen neuen Partner gewöhnen. Denn wie der japanische Elektronikkonzern mitteilt (PDF), wurde eine Absichtserklärung mit Bain Capital unterzeichnet. Der Finanzinvestor bietet gemeinsam mit der Innovation Network Corporation of Japan und der Development Bank of Japan auf das lukrative Speichergeschäft und hatte seine Offerte kürzlich noch einmal nachgebessert. Toshiba zufolge wird man nun versuchen, die Verhandlungen bis Monatsende zu einem Abschluss zu bringen.

Allerdings weist das Unternehmen auch darauf hin, dass die Absichtserklärung nicht bindend ist und es durchaus noch Verhandlungen mit den beiden anderen Bieterkonsortien geben kann. Damit ist die Tür für die Bietergemeinschaft um Western Digital und die um Hon Hai, besser bekannt als Foxconn, also noch nicht endgültig zu.

Wie hoch das Angebot von Bain Capital und seinen Mitbietern ist, teilte Toshiba nicht mit. Es gehe darum, möglichst schnell eine Vereinbarung zu erzielen, die Toshibas Ziele voll erfüllt, sagte Senior Executive Vice President Yasuo Naruke: »Der Verkauf der Toshiba Memory Corporation muss das weitere Wachstum des Speichergeschäfts fördern und der Toshiba-Gruppe wieder zu einer positiven Eigenkapitalquote verhelfen.« Denn mit den Einnahmen will der Konzern die großen Verluste ausgleichen, die bei der amerikanischen Kraftwerkstochter Westinghouse angefallen waren und die die Existenz des gesamten Unternehmens gefährden. Im März wurde daher die Chipsparte in ein eigenes Unternehmen ausgegliedert, um sie zu veräußern.

Sollte das Konsortium um Bain Capital tatsächlich den Zuschlag erhalten, hätte sich womöglich auch Apple einen exklusiven Zugang zu Speicherchips gesichert. Medienberichten zufolge soll der iPhone-Hersteller sich Ende August dem Konsortium angeschlossen haben, was dazu passen würde, das dieses sein Angebot zuletzt erhöht hatte.