Red Hat etabliert sich als Storage-Spezialist: »Viele Kunden wollen sich keine Hardware vorschreiben lassen«

Seit einigen Jahren ist Red Hat im Storage-Bereich unterwegs und hat sich dort einen guten Ruf erarbeitet. Vor allem Hoster, Service-Provider und Integratoren profitieren von den offenen Technologien des Herstellers, der auch die Zusammenarbeit der Partner untereinander zu fördern versucht.

(Foto: Red Hat)

Vor etwa sechs Jahren war Red Hat in den Storage-Markt eingestiegen und hatte mit Gluster den Entwickler der gleichnamigen Datenmanagement-Plattform übernommen. Später folgte der Kauf von Inktank, das federführend an der Objektspeicher-Plattform »Ceph« beteiligt war. Rund um die beiden Lösungen baute der Linux-Spezialist anschließend ein breiteres Portfolio an softwaredefinierten Storage-Angeboten auf, das sowohl auf physischen Systemen als auch in virtualisierten und Cloud-Umgebungen zum Einsatz kommen kann. Zuletzt kam mit »Red Hat Hyperconverged Infrastructure« eine hyperkonvergente Lösung hinzu, mit der der Hersteller wie mit seinen anderen Produkten auf den Enterprise-Markt zielt. Wo andere Hersteller ihre hyperkonvergenten Systeme auch als einfach zu verwaltende Komplettlösung für den Mittelstand positionieren, setzt Red Hat konsequent auf Großunternehmen, die eine Lösung für Niederlassungen und Außenstellen suchen. »SMB-Kunden in Europa sind zu 90 Prozent Windows-Nutzer«, erklärt Gerald Sternagl, der bei Red Hat den Storage-Geschäftsbereich in der EMEA-Region leitet, diesen Fokus.

Zumal auch die anderen Storage-Lösungen des Herstellers vor allem für Unternehmen mit eigenem Rechenzentrum sowie für Hoster und Service-Provider gedacht sind. Sie versorgt Red Hat mit Speicherplattformen für ihre auf »Openstack« basierenden Clouds sowie für ihre Container-Umgebungen. Hier sieht sich der Hersteller hervorragend positioniert, würden doch gerade im Telco-Bereich etwa 80 Prozent der Anbieter auf Openstack setzen, wie Sternagl berichtet. Zudem seien die großen Storage-Hersteller bei Container-Lösungen noch nicht so weit wie Red Hat. »Der Hype um Container findet aber jetzt statt – der Storage dafür wird jetzt gebraucht. Da wollen die Kunden nicht zwei Jahre auf eine Lösung warten«, so der Manager.

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