Datenverluste bei virtuellen Systemen: Die größte Fehlerquelle ist der Mensch

Die meisten Fehler bei virtuellen Systemen, die zu Datenverlusten führen, lassen sich einer Untersuchung von DataRecovery zufolge auf die User selbst zurückführen. Sie löschen versehentlich virtuelle Server oder Snapshots, beschädigen Metadaten oder hantieren mit fehlerhaften Backups.

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Kaum eine Firma kommt heutzutage noch ohne virtuelle Systeme aus, doch die Verwaltung der IT wird dadurch komplexer, es sind spezielle Kenntnisse zum Aufsetzen des Hypervisors und der virtuellen Systeme notwendig. Geht etwas schief, werden oft professionelle Datenretter benötigt, da die Daten nicht direkt auf dem Datenträger lokalisiert werden können, sondern hinter verschiedenen Abstraktionsschichten verborgen sind. Backups können zwar helfen, die Daten schnell wiederherzustellen, doch häufig sind die Sicherungen nicht getestet und fehlerhaft.

Dem Leipziger Datenrettungsspezialisten DataRecovery zufolge ist die häufigste Ursache für Datenverluste bei virtuellen Systemen menschliches Versagen. Da werden virtuelle Maschinen oder LUNs und Snapshots versehentlich gelöscht oder wichtige Metadaten durch unbedachte Klicks überschrieben. Das Ergebnis: In 32 Prozent der Datenrettungsfälle haben es die Spezialisten mit logischen Schäden an virtuellen Datenträgern zu tun, in 18 Prozent mit inkonsistenten Daten und Datenbanken sowie in acht Prozent der Fälle mit gelöschten Snapshots und virtuellen Festplatten. Zum Vergleich: Hardware-Ausfälle sind für 21 Prozent der Datenverluste verantwortlich.

Viele User versuchen nach einem Datenverlust, die verlorenen Daten aus einem Backup wiederherzustellen. Hierbei kommt es aber oft zu Problemen, weil die Sicherungen nicht getestet und fehlerhaft sind oder weil in der Hektik auch andere virtuelle Festplatten und Maschinen mit dem Stand aus dem Backup überschrieben werden. 15 Prozent der Datenrettungsfälle bei virtuellen Systemen würden im Zusammenhang mit schief gelaufenen Restores stehen, so DataRecovery.

(Foto: DataRecovery)

Neben regelmäßigen Backups, die auf Funktionsfähigkeit geprüft werden müssen, könne auch ein Hochverfügbarkeitscluster helfen, Datenverluste zu vermeiden, heißt es bei den Experten. Unabhängig davon sei es wichtig, das virtuelle System und alle technischen Details zu dokumentieren, um im Ernstfall alle Informationen zur Konfiguration zur Hand zu haben – das helfe auch professionellen Datenrettern. Die raten zudem zu besonnenem Verhalten: »Wurde die virtuelle Maschine versehentlich gelöscht oder sind Schäden im virtuellen Filesystem aufgetreten, ist ein Ausschalten des kompletten Hostsystems ratsam. So lässt sich verhindern, dass die verlorenen Daten überschrieben und dadurch unwiederbringlich entfernt werden. Kommt es zu Fehlern auf der RAID-Ebene, sollte der Festplatten-Verbund besser nicht übereilt reorganisiert werden. Denn ein fehlerhaftes RAID-Rebuild kann einen Datencrash auslösen.«