Führungswechsel bei Pure Storage: Charles Giancarlo löst Scott Dietzen ab

Der Flash-Spezialist Pure Storage hat den früheren Cisco-Manager Charles Giancarlo zum neuen CEO ernannt. Scott Dietzen ist mit sofortiger Wirkung zurückgetreten und wird Chairman of the Board.

Der neue Pure-Storage-CEO Charles Giancarlo
(Foto: Charles Giancarlo / LinkedIn)

Nach sieben Jahren als CEO von Pure Storage hat Scott Dietzen gestern seinen Rücktritt verkündet. Es sei die härteste Entscheidung seines Lebens gewesen, schreibt er im Blog des Herstellers, doch die Firma brauche einen CEO, der Erfahrung im Führen eines Unternehmens mit mehreren Milliarden Dollar Umsatz und größer werdendem Portfolio hat. Seine Stärken würden eher in anderen Bereichen liegen: in der Unterstützung der Produktentwicklung, der Marketingstrategie, im Recruiting, dem Entwickeln einer Firmenkultur sowie dem Aufbau von Beziehungen zu Kunden und Partnern. All das sei in den vergangenen Jahren wichtig gewesen, doch um das Wachstum des Flash-Spezialisten fortzusetzen, brauche es jemanden mit mehr Erfahrung.

Dieser Jemand soll nun Charles Giancarlo sein, der den CEO-Posten mit sofortiger Wirkung übernommen hat. Giancarlo arbeitete von 1993 bis 2007 bei Cisco und kennt Dietzen bereits sei diesen Tagen. Beim Netzwerkriesen arbeitete er sich von Managementpositionen bei einem übernommenen Startup bis ins Top-Management vor und fungierte unter anderem als CTO und Chief Development Officer. Anschließend wechselte er zum Investor Silver Lake, für den er im Board verschiedener Hersteller wie Arista, Avaya und Service Now tätig war. Von 2008 bis 2009 fungierte er als Interimspräsident und -CEO von Avaya.

Ex-CEO Dietzen übernimmt den Posten des Chairman of the Board bei Pure Storage.

Ebenfalls gestern veröffentlichte der Hersteller auch die Zahlen für das zweite Quartal seines Geschäftsjahres 2018. In diesem konnte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 38 Prozent gesteigert werden und erreichte 224,5 Millionen Dollar. Damit liegt Pure Storage auf Kurs, erstmals die Marke von einer Milliarde Dollar pro Jahr zu knacken. Das Unternehmen konnte mehr als 350 neue Kunden gewinnen, darunter Airbus, Service Now und das Kennedy Space Center der NASA. Nach wie vor schreibt man aber rote Zahlen: Im zweiten Quartal lag der Verlust bei 61,7 Millionen Dollar und damit 2,1 Prozent über dem des Vorjahreszeitraums.

Der Umsatz von Pure Storage sei mittlerweile 2,5 Mal so groß wie vor dem Börsengang, betonte Scott Dietzen. Bis 2020 will der Hersteller auf Jahreseinnahmen von zwei Milliarden Dollar kommen.