Weiter steigende Preise erwartet: Nachfrage nach Flash-Speicherchips zieht weiter an

Die Hersteller von Speicherchips können sich über steigende Umsätze freuen. Und weil sich die großen Smartphone-Hersteller für neue Modelle eindecken, aber auch die Nachfrage aus dem Datacenter-Bereich wächst, wird sich an der angespannten Liefersituation und den steigenden Preise vorerst wohl nichts ändern.

(Foto: Micron)

Verläuft das zweite Quartal eines Jahres in vielen Bereichen der IT-Industrie traditionell immer etwas schwächer als das erste, so können sich die Hersteller von NAND-Flash derzeit nicht über eine schwache Nachfrage beklagen und verzeichneten auch von April bis Juni deutlich steigende Umsätze. Das geht aus aktuellen Zahlen von Trendforce hervor, denen zufolge der Umsatz von Samsung, Toshiba, Western Digital, Micron, SK Hynix und Intel mit NAND-Chips um acht Prozent auf 13,2 Milliarden Dollar anzog. Besonders deutlich legten Marktführer Intel und Micron mit 11,6 und 20,8 Prozent zu, aber auch Western Digital konnte sich über ein Plus von 8,6 Prozent freuen.

SK Hynix musste zwar einen Rückgang bei den Absatzzahlen von sechs Prozent hinnehmen, weil die Nachfrage der chinesischen Smartphone-Hersteller geringer ausfiel als erwartet. Wegen der steigenden Flash-Preise lag das Umsatzminus allerdings nur bei 0,7 Prozent. Den Marktforschern zufolge stiegen die Preise für die verschiedenen Flash-Produkte zwischen drei und zehn Prozent. Die Hersteller hätten ihre Fertigung erfolgreich von 2D-NAND auf 3D-NAND umgestellt, während dieser Phase sei es jedoch zu einem substanziellen Rückgang bei den Produktionskapazitäten gekommen, so Alan Chen von Trendforce. »Dies führte dann zu Versorgungsengpässen und steigenden Preisen.«

Besserung ist vorerst nicht in Sicht, da die Nachfrage im dritten Quartal üblicherweise anzieht. Die großen Elektronikhersteller, allen voran die Smartphone-Produzenten, decken sich mit Speicherchips für ihre neuesten Modelle ein. Allein Apple soll zeitweilig rund 18 Prozent der weltweiten Produktion aufgekauft haben, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters vor einigen Wochen. Dazu kommt der wachsende Bedarf an Enterprise-SSDs in Rechenzentren. »Wir erwarten, dass die Liefersituation weiter angespannt bleibt und sich erst 2018 entspannt, wenn die Produktion von 3D-NAND mit 64 und 72 Layern auf Hochtouren läuft«, prognostiziert Chen.