»Von Grund auf neu entwickelt«: Micron mit neuen Server-SSDs

Mit der SSD-Reihe »9200« bringt Micron neue Flash-Speicher für Unternehmen auf den Markt, die sich dank NVMe-Support und komplett neu entwickelter Firmware durch besonders hohe Performance auszeichnen sollen.

Micron liefert die »9200«-SSDs sowohl als Steckkarte als auch im U.2-Formfaktor aus
(Foto: Micron)

Micron hat mit der SSD-Reihe »9200« die neuen Spitzenmodelle seiner SSD-Familie vorgestellt. Die Speicher sind mit 3D-NAND bestückt und setzen auf flotte PCIe-Schnittstellen nebst NVMe-Protokoll. Die neue »Laufwerksgeneration wurde von Grund auf entwickelt«, heißt es beim Hersteller. Dadurch seien alle Legacy- Protokollschichten abgeschafft worden und man könne die volle Geschwindigkeit von Flash ausschöpfen.

Wie bei Micron üblich umfasst auch die neue Reihe drei Varianten der SSDs. Die »Eco«-Modelle fassen 8 oder 11 Terabyte und sind vor allem für allgemeine Workloads gedacht, die hohe Leseraten erfordern. Micron verspricht bis zu 5,5 Gigabyte pro Sekunde bei sequentiellen Lesezugriffen, beim Schreiben sollen es maximal 3,5 Gigabyte pro Sekunde sein. Bei zufälligen Zugriffen werden bis 900.000 IOPS lesend und 125.000 IOPS schreibend erreicht.

Die »Max«-Modelle dagegen sind für besonders fordernde Anwendungen ausgelegt. Sie bieten Kapazitäten von 1,6, 3,2 und 6,4 Terabyte und liefern etwas niedrigere Performance-Werte. Dafür sollen sie langlebiger sein und je nach Ausführung einen TBW-Wert zwischen 8,8 und 35,1 Petabyte erreichen. Die Eco-SSDs bringen es trotz größerer Kapazitäten nur auf 11,7 bis 16,1 Petabyte.

Zwischen beiden Varianten sind noch die »Pro«-Modelle angesiedelt, die einen guten Kompromiss aus Kapazität, Performance und Langlebigkeit bieten sollen. Alle drei Varianten unterstützen jedoch das zum Jahreswechsel eingeführte »Flex Capacity«-Feature, das eine Anpassung der Speicherkapazitäten über die Firmware erlaubt. Dadurch können zusätzliche Speicherzellen zu den Reserve-Speicherzellen der SSDs hinzugeführt werden, um ihre Lebenszeit zu erhöhen – etwa wenn sie bei besonders geschäftskritischen Anwendungen zum Einsatz kommen soll. Üblicherweise verbauen die Hersteller eine gewisse Anzahl an Zellen als Reserve, die dann zum Einsatz kommen, wenn andere Zellen ausfallen. So behalten die Laufwerke über die gesamte Lebenszeit ihre ursprüngliche Kapazität. Bei Micron lässt sich die Menge der Reserve-Zellen anpassen, was sowohl Kunden als auch Systemintegratoren und Dienstleistern mehr Flexibilität bieten soll.

»Die Micron-9200-NVMe-SSD-Reihe wurde speziell für superschnelle Geschwindigkeiten, niedrige Latenzen und hohe Kapazitäten entwickelt, die notwendig sind, um sehr große Dateien, Bilder und Multimediainhalte zu meistern, die im Rahmen aktueller Workloads anfallen«, erklärt Eric Endebrock, Vice President SSD and Systems der Storage Business Unit von Micron Technology, Inc. »Mit der Erweiterung unseres SSD-Angebots um die Micron-9200-SSDs bieten wir unseren Kunden ein breites Spektrum an Speicherlösungen, mit denen sie ihre sich verändernden Unternehmensanforderungen bewältigen können.«

Die Micron-9200-Reihe soll voraussichtlich ab Ende August an den Handel ausgeliefert werden. UVPs nannte der Hersteller noch nicht.