CRN-Kopfnuss: Ärger mit dem smarten Kühlschrank

Gibt es Probleme mit dem smarten Kühlschrank, ist es oft gar nicht so leicht, Hilfe zu bekommen. Die CRN-Kopfnuss hat ein Support-Telefonat belauscht.

(Foto: Andrey Popov - Fotolia)

»Kundenservice. Was kann ich für Sie tun?«
»Ja, hier Müller. Ich hab mir neulich einen dieser smarten Kühlschränke von Ihnen gekauft. Und jetzt stimmt da irgendetwas nicht. Erst hat sich die Temperatur immer von allein verstellt und neuerdings kann ich die Tür nicht mehr öffnen.«
»Was haben Sie denn gemacht?«
»Äh, ich? Nichts. Die Probleme sind ganz plötzlich aufgetreten.«
»Plötzlich und von allein passiert so etwas aber nicht. Na, ich schau mir das mal an. Geben Sie mir bitte die Seriennummer.«
»Wo finde ich die denn?«
»Natürlich auf der Geräterückseite. Sie brauchen den Kühlschrank aber nicht zu bewegen – dafür haben wir hinten eine kleine Kamera installiert, auf die Sie über unsere App zugreifen können. Einfach im Menüpunkt ›System‹ schauen.«
»Ok, Moment.«

»Hm, ich kann keine App finden.«
»Haben Sie ein iPhone oder ein Android-Gerät?«
»Nee, eines mit Windows.«
»Ach, dann kann das ja gar nicht funktionieren. Diese Randgruppentechnik können wir leider nicht unterstützen.«
»Und wie komme ich jetzt an die Seriennummer?«
»Am besten Sie prüfen mal am WLAN-Router die Liste der verbundenen Geräte, um die IP-Adresse der Kamera auf der Kühlschrankrückseite herauszubekommen. Die können Sie dann im Browser eingeben. Dafür brauchen Sie aber das Passwort, das Sie damals bei der Einrichtung des Kühlschranks vergeben haben. Wissen Sie, welches ich meine?«
»Ich rücke den Kühlschrank einfach kurz ab und schau direkt nach.«

»Die Seriennummer ist zwanzig, elf, viermal die Drei und zweimal die Eins.«
»Danke. Ah, ich sehe schon, wo das Problem liegt. Sie haben sich eine Malware eingefangen. Aber da sind Sie auch selbst schuld, wenn Sie in nicht autorisierten Shops ihre Milch kaufen und dann weder unsere ›Freeze Eazy‹-Firmware regelmäßig aktualisieren noch unseren Security-Service abonnieren.«
»Das hätte ja extra gekostet.«
»Tja, und nun telefonieren Sie für 2 Euro die Minute mit mir – auch nicht besser, oder?«
»Hey, jetzt werden Sie mal nicht frech!«
»Jaja, schon gut. Sie müssen künftig in Sicherheit investieren und beim Einkaufen etwas vorsichtiger sein.«
»Ist gut, nun machen Sie den Schädling einfach weg. Ich hab Durst.«
»Das ist gar nicht so einfach. Wir sind ja nur ein Hausgerätehersteller und bekommen die smarte Plattform von einem chinesischen Anbieter fix und fertig zugeliefert. Sie können den Kühlschrank aber gerne einschicken, wenn Sie vorher alle Inhalte entfernen.«