Produktreihe Wifi- und IoT-Pofessionell eingestellt: Devolo zieht Reißleine

Netzwerkspezialist Devolo stellt Teile seiner Business-Lösungen ein und entlässt Mitarbeiter. In Aachen will man sich wieder auf die Wurzeln besinnen - hält sich aber eine Option im Business-Umfeld mit »enormen Umsatzchancen« offen.

Wie geht es für den Channel weiter?

Vertriebsleiter Harald Hilgers: Ihm ging die Entwicklung für professionelle Wifi- und IoT-Lösungen im Channel zu langsam voran
(Foto: Devolo)

Für Partner wichtig: Devolo leiste beim Wifi- und IoT-Angebot »selbstverständlich im Rahmen der bestehenden Verpflichtungen Support und Service«. Beim »Ausstieg« aus diesen Lösungen stünde man »in engem Kontakt« und werde Partner und Kunden »begleiten«. Es werde auch in Zukunft eine Vertriebsstruktur für den Fachhandeln geben, das laufende Programm »d-bizz« werde fortgeführt. Die d-LAN pro-Produkte werden, wie auch die »Premium«-Produkte, »sinnvoll zusammengefasst und in das Powerline-Gesamtportfolio integriert«, schreibt Devolo.

Die neue Strategie ist im wesentlich eine Rückkehr zu alten: Devolo will dort rasch zusätzliche Umsätze zu erschließen versuchen, wo man ohnehin eine starke Marktposition innehat. Das ist vor allem Heimvernetzung, also Smart Home. Am Bereich Lösungen für Smart Grid dagegen hält Devolo fest, obwohl man auch hier eher »langfristig enorme Umsatzchancen« sieht. Doch was ist diese Aussage vor dem Hintergrund der Neuausrichtung tatsächlich wert?

Rund zwei Jahre nach der Entscheidung, in die allerorts von Branchenanalysten und Herstellern – allen voran Cisco - als enorme Wachstumsmärkte beschriebenen Technologien drahtlose Netzwerke und Internet of Things mit dezidierten Produkten und Lösungen einzusteigen, gibt Devolo dieses Sparten auf. Das überrascht, denn Nachhaltigkeit eines deutschen Mittelständlers sieht anders aus. Zumal Devolo seinen Pioniergeist und seine Marktführerschaft in der Datenübertragung über Stromleistungen (»Internet aus der Steckdose«) längst mit eindrucksvollen Zahlen bewiesen hat. Rund 300 Mitarbeiter sind in 19 Ländern für den Aachener Netzwerkspezialisten tätig.

Das trübt die Freude über ein eigentlich sehr positives Signal. Denn just am heutigen Donnerstag bezieht Devolo, 15 Jahre nach der Gründung, ein neues Firmengebäude in unmittelbarer Nähe zur alten Firmenzentrale.

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Kommentare (3) Alle Kommentare

Antwort von Stroh , 14:02 Uhr

Ich finde es verwirrend wenn man mit dLAN erst mal die Fachhändler ärgert und ihm nur noch die teureren "schwarzen" dLAN Produkte überläßt und die preisattraktiveren "weißen" dLAN Produkte den eTailern und Onlineren übergibt. Das ist ein schwerer Schlag in meinen Fachhandelsmagen gewesen. An dem Tag habe ich devolo komplett den Rücken gekehrt und habe schon mal aus Prinzip keinerlei devolo Produkte mehr verkauft oder unterstützt. Andere Hersteller haben auch vergleichbare Produkte und alle Kunden die nach devolo gefragt haben, habe ich gerne etwas Anderes verkauft. Am Ende brauchen die Hersteller gar nicht rumjammern und sollen ihren Quatsch über die eTailer und online verkaufen wenn sie die Fachhändler nicht unterstützen wollen. ICH BRAUCHE DEVOLO NICHT MEHR (weder weiß, noch schwarz und dann auch kein Pro)!!

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Antwort von Kopmeier , 16:48 Uhr

Haben wir ganz genauso gesehen und auch ganz genauso gemacht. Seit wir davon gehört haben ist kein einziges Devolo Produkt mehr von uns verkauft worden, obwohl die immer gut gelaufen sind (haben gut funktioniert und wir haben recht viele verkauft). Gibt ja noch genügend andere Anbieter. Aber das war schon immer so und wird immer so sein, dass die Hersteller erst den Fachhändler brauchen um ihre Produkte in den Markt zu bekommen und wenn dann die Nachfrage steigt und alle Geld verdienen könnten (mit entsprechender Fachhandelstreue), werden die Produkte über etailer, MediaSaturn und Co zu Dumpinpreisen in den Markt gedrückt, die völlig unnötig sind. Wenn halt nur der Umsatz zählt. Devolo haben aus meiner Sicht gute Produkte gemacht, werden aber durch diese Strategie über kurz oder lang vom Markt verschwinden.Hinzu kommen noch diese ständigen Wechsel in der Ausrichtung (hallo, nach 2 Jahren im B2B ???? Da braucht es jahrelanges Durchhalten um dann die Ernte einfahren zu können…).

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Antwort von Stiel , 15:19 Uhr

gutes Kommentar, richtig analysiert^^ :-)