Die Zukunft des modernen Mitarbeiters: Vom Arbeitnehmer zum »Cloud Worker«

Alles wandert in die Cloud – auch der moderne Mitarbeiter. So mancher Cloud Worker dürfte aber bald aus allen Wolken fallen, wenn er ebenso flott abbestellt wird wie nicht mehr benötigter Speicherplatz.

Der moderne Leiharbeiter nennt sich heute Cloud Worker
(Foto: kopitinphoto/Fotolia)

Stand die Zukunft früher in den Sternen, liegt sie heute in den Wolken. Oder besser gesagt in DER Wolke. Bekanntlich wandert gerade alles in die Cloud: Storage und Rechenleistung, Applikationen und Backup. Wer noch ein eigenes Rechenzentrum in der Firma hat und sich selbst um schnöde Themen wie Server und Storage kümmert, wer eigenhändig an PCs herumschraubt und nach den versehentlich gelöschten Privatfotos der Mitarbeiter auf dem Firmenserver fahndet, der ist quasi selbst schuld.

Da ist es nur nachvollziehbar, dass sich immer mehr Unternehmen, die Infrastruktur, Software und Security ganz bequem für eine monatliche Pauschale beziehen, nach Modellen umsehen, nicht nur IT zu mieten. Der neueste Trend: »Cloud Working«. Wie viele andere Cloud Services auch, ist dieses Modell freilich nichts wirklich neues, sondern nur der sprichwörtliche alte Wein in neuen Schläuchen.

Doch was früher Zeitarbeit oder Arbeitnehmerüberlassung hieß und immer einen irgendwie unguten Beigeschmack hatte, ist unter dem neuen Label jetzt nicht nur gesellschaftlich akzeptiert, sondern sogar besonders hip. Dem Cloud Worker gehört die Zukunft, jeder will auf einmal einer sein.

Reihenweise entlassen Unternehmen ihre Stammbelegschaft und entleihen sie dann zu verbilligten Konditionen wieder. Selbstverständlich nicht als Leiharbeiter, sondern als Cloud Worker. Der ideale Cloud Worker benötigt keinen Büroarbeitsplatz mit Desktop-PC und Festnetztelefon mehr, sondern kommt mit privatem Smartphone und Notebook aus. Gerne arbeitet er auch mobil, meist aus der eigenen Wohnung, so dass Unternehmen keine teuren Büros mehr vorhalten müssen.

Der Entleiher profitiert so von den größten Vorteilen der Cloud: Maximale Flexibilität und Skalierbarkeit. Verbessert sich die Auftragslage, kann er jederzeit einen zusätzlichen Mitarbeiter aus der Cloud dazu buchen – angesichts des Fachkräftemangels zumindest theoretisch. Läuft es gerade eher mau, kann er einen Mitarbeiter ebenso schnell wieder abbestellen wie nicht mehr benötigten Speicherplatz. Der eine oder andere Cloud Worker dürfte also bald aus allen Wolken fallen. Seine berufliche Zukunft steht dann nämlich doch wieder in den Sternen.