Massiver Einbruch bei Disk-Arrays: Storage-Markt weiter auf Talfahrt

Bereits das neunte Quartal in Folge schrumpfte der Markt für externe Storage-Systeme in der EMEA-Region. Vor allem die sinkende Nachfrage nach Disk-Systemen macht der Branche zu schaffen. All-Flash verkauft sich weiterhin prächtig.

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Auch im ersten Quartal dieses Jahres setzte sich die Talfahrt des Storage-Marktes fort. IDC zufolge schrumpfte er in der EMEA-Region erneut um 3,9 Prozent auf 1,63 Milliarden Dollar – bereits zum neunten Mal in Folge wurde damit ein Quartal im Minus abgeschlossen. Die Unsicherheit durch den Brexit, ungünstige Wechselkurse, interne Umstrukturierungen bei den Herstellern und höhere Komponentenkosten für SSDs hätten dem Markt einmal mehr zugesetzt, bilanziert IDC-Analystin Silvia Cosso. »Da Unternehmen jedoch auf ihrem Weg der digitalen Transformation voranschreiten, ist beim Verkauf von All-Flash-Systemen keine Krise in Sicht. Ihre Umsätze verdoppelten sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und erreichen ein Viertel der Gesamtverkäufe.«

Für das Minus im Storage-Markt sind nach wie vor die dramatisch einbrechenden Absätze von Disk-Arrays verantwortlich. Das mit ihnen erzielte Umsatzvolumen ging um 34,5 Prozent zurück, während das All-Flash-Segment um 100,7 Prozent zulegen konnte. Dazu kommt, dass vor allem der russische Markt die Region nach unten zieht. In Westeuropa schrumpfte der Storage-Markt im ersten Quartal lediglich um 0,8 Prozent auf 1,22 Milliarden Dollar. In Euro gerechnet hätte sogar ein Plus von 2,7 Prozent im Jahresvergleich zu Buche gestanden. Die ausgelieferten Kapazitäten legten IDC zufolge um 6,7 Prozent auf 2.350 Exabyte zu.

Zum Vergleich: In Zentral- und Osteuropa sowie dem Nahen Osten und Afrika schrumpfte der Markt um 14 Prozent – ohne Russland hätte das Minus laut den Marktforschern im einstelligen Prozentbereich gelegen. Insbesondere die CEMA-Region sei schwer zu prognostizieren, betonte IDC-Analystin Marina Kostova, da die einzelnen Sub-Regionen sehr unterschiedlich seien und die makroökonomische sowie politische Situation komplex. »Wir erwarten weiterhin, dass die Storage-Ausgaben in der Region irgendwann in den nächsten Jahren wieder steigen, doch das Wachstum wird eher gedämpft verlaufen und quartalsweise Schwankungen unterliegen.«

Marktführer in der EMEA-Region bleibt Dell, das mit 518 Millionen Dollar allerdings mehr als ein Fünftel seines Umsatzvolumens einbüßte. NetApp auf Rang zwei folgt jedoch trotz eines Zuwachses von mehr als 9 Prozent auf 258 Millionen Dollar mit deutlichem Abstand. Die Top-5 komplettieren HPE, IBM und Hitachi mit 237, 143 und 134 Millionen Dollar.