Einstweilige Verfügung: WD blockiert Toshiba-Verkauf

Mit einer einstweiligen Verfügung hat Western Digital eine Entscheidung zum Verkauf der Chipsparte von Toshiba quasi in letzter Sekunde verhindert.

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Eigentlich wollte Toshiba Ende dieser Woche eine Entscheidung darüber fällen, welcher der zahlreichen Bieter nun den Zuschlag für den Kauf seiner Chipsparte erhält und so möglichst schnell an dringend benötigtes frisches Geld kommen. Der angeschlagene Konzern hofft durch den Verkauf des Geschäftsbereichs rund 18 Milliarden US-Dollar einzunehmen. Jetzt wird sich das Verfahren allerdings wohl noch etwas länger hinziehen. Grund dafür ist eine einstweilige Verfügung, die Western Digital nach eigenen Angaben beim Superior Court in Kalifornien eingereicht hat. Diese soll erwirken, dass vor einer Verkaufsentscheidung zuerst noch ein laufendes Schiedsverfahren abgeschlossen wird, in dem es um Western Digitals weitreichende Produktions-Kooperationen mit Toshiba und daraus eventuell resultierende Ansprüche und Einspruchsmöglichkeiten bei einem Verkauf geht. Western Digital erhofft sich dadurch eine bessere Ausgangsposition für das eigene Gebot für Toshibas hochprofitable Sparte, an der unter anderem auch einige Investmentgesellschaften sowie eine Bietergemeinschaft aus Foxconn, Sharp, Amazon und Apple interessiert sind.

Damit spitzt sich das Rennen um Toshibas Chipsparte immer weiter zu. Das höchste Gebot hat bislang laut Insidern der Investor Bain abgegeben, der gemeinsam mit einigen Partnern mehr als 18 Milliarden Dollar bietet und so Toshibas Vorstellungen voll erfüllen würde. Zudem soll es Zuspruch aus japanischen Behördenkreisen für diese Offerte geben, was eine Genehmigung der Übernahme deutlich vereinfachen könnte. Etwas weniger bieten der amerikanische Konkurrent Broadcom sowie die Foxconn-Bietergruppe, die mit Sharp immerhin ein japanisches Traditionsunternehmen in ihren Reihen hat, auch wenn dieses inzwischen mehrheitlich Foxconn gehört. Western Digital hat hingegen nur rund 16 Milliarden Dollar offeriert, könnte den anderen Bietern aber einen Kauf durch eventuelle finanzielle oder anderweitige Verpflichtungen vergällen, die aus der bisherigen Zusammenarbeit mit Toshiba entstehen.