Mehr Kapital für den Kauf von Toshibas Chipsparte: Amazon und Apple verstärken Foxconn-Offerte

Der anstehende Verkauf von Toshibas Chipsparte führt zu ungewöhnlichen Allianzen. Jetzt wollen Amazon und Apple im Übernahme-Poker gemeinsame Sache mit Foxconn machen und so den Einsatz weiter erhöhen.

Mit zwei weiteren Assen an seiner Seite will Foxconn den Übernahme-Poker um Toshibas Chipsparte gewinnen
(Foto: fotofabrika - Fotolia)

Das Bieterverfahren um die Chipsparte des angeschlagenen japanischen Technologiekonzerns Toshiba wird noch eine Stufe spannender. Der schon seit dem Anfang des Verkaufsprozesses reges Interesse zeigende Auftragsfertiger Foxconn legt jetzt noch einmal nach und erhöht den Einsatz. Zunächst hatte das Unternehmen vor einigen Tagen angekündigt, bei seinem neuen Gebot gemeinsame Sache mit »einer Reihe strategischer Partner« zu machen, jetzt wurde Konzernchef Terry Gou deutlicher. Gegenüber der japanischen Zeitung Nikkei gab er an, dass sich nun auch Amazon und Apple an dem Angebot für den hochprofitablen und zukunftsträchtigen Geschäftsbereich von Toshiba beteiligen wollen. Zumindest bei Apple würde ein entsprechendes Engagement durchaus ins Bild passen, nachdem der Konzern derzeit im Rahmen einer neuen Strategie versucht, sich von Zulieferern für Komponenten unabhängiger zu machen. Für Foxconn wiederum hätte ein Einstieg kapitalstarker Partner den Vorteil, das eigene Angebot deutlich weiter aufstocken zu können. Schließlich will Toshiba mit dem Verkauf mindestens 18 Milliarden Dollar einnehmen.

Zu den weiteren Interessenten gehören unter anderem der amerikanische Chiphersteller Broadcom sowie mehrere Investmentgesellschaften. Darüber hinaus würde sich auch Western Digital gerne das teilweise schon jetzt in Partnerschaft mit Toshiba geführte Geschäft einverleiben, oder zumindest ein Wörtchen beim Verkauf mitreden. Neben der finanziellen Stärke der angeblichen neuen Partner hat Foxconn gegen die starken Mitbewerber allerdings im spannenden Übernahme-Poker noch ein weiteres Ass im Ärmel: da die japanischen Behörden bereits kundgetan haben, dass sie sich einen Verkauf an ein Unternehmen aus dem Heimatland wünschen, hat Foxconn bereits in der vergangenen Bieterrunde den japanischen Elektronikkonzern Sharp mit ins Boot geholt, an dem Foxconn seit vergangenem Jahr die Mehrheit hält. Damit könnte das Unternehmen diesen Wunsch der japanischen Politik zumindest teilweise erfüllen.