Mehr Reichweite und Bandbreite: So verändert Mesh-Technik das WLAN

Damit das Smart Home störungsfrei funktioniert, müssen Flächenabdeckung und Bandbreite stimmen. Neue WLAN-Komplettsysteme mit Mesh-Technologie sollen dafür sorgen, dass WLANs jede Ecke des Hauses erreichen.

Anspruchsvolle Nutzer als Zielgruppe

Zumindest langfristig dürften Mesh-Systeme klassische Router und Repeater deutlich unter Druck setzen. Aktuell sind zwar noch etwa 99 Prozent der verkauften Geräte traditionelle Home Networking-Lösungen. Zumindest im US-Markt geht die Verbreitung von Mesh-Systemen jedoch bereits steil nach oben.

Klassische Zielgruppe der Lösungen sind vor allem anspruchsvolle Privatkunden mit viel Wohnfläche. »Für Nutzer, die ein leistungsstarkes WLAN-Netzwerk über große Wohnungen und Häuser verteilen wollen und den Wunsch nach hoher Bandbreite für verschiedenste Anwendungsmöglichkeiten haben, ist eine Mesh-Lösung optimal«, sagt Robert Rudolph, Senior Product Marketing Manager Business Wireless & Video Surveillance bei D-Link.

Ob Mesh-Systeme auch für Unternehmenskunden geeignete Lösungen darstellen können, ist im Markt allerdings noch umstritten. »Mesh ist eine Technologie, die vor allem im Unternehmensumfeld zunehmend relevanter wird«, ist sich TP-Link-Manager Barber sicher. Auch Netgear plant nach eigenen Angaben, eine Business-Variante seiner Orbi-Lösung auf den Markt zu bringen. D-Link dagegen sieht Mesh-Netzwerke vor allem im privaten Umfeld. »Im Businessbereich n sind nahezu alle Vorteile von Mesh-Geräten für unsere Kunden mit Controller-basierten Lösungen schon lange Realität«, so Robert Rudolph.

Dass Mesh-Systeme traditionelle Lösungen komplett verdrängen werden, ist allerdings auch im Consumer-Markt zumindest in absehbarer Zeit kaum zu erwarten. Dafür dürften schon die stolzen Preise sorgen. Für ein Mesh-System mit zwei bis drei Knotenpunkten muss der Kunde mit mehr als 400 Euro kalkulieren. »Momentan ist gerade für private Nutzer das höhere Preisniveau ein Gegenargument und traditionelle WLAN-Repeater werden hier auch weiterhin als kostengünstigere Alternative verfügbar sein«, sagt Jeremy Barber von TP-Link. Zudem ist die komplexe Technik, die in den Geräten steckt, nicht für jeden Anwender wirklich notwendig. »Wer in einer 50 Quadratmeter Wohnung wohnt, braucht nicht unbedingt ein Mesh-System«, weiß etwa auch Netgear-Chef Lösche.