Psychologie der Digitalisierung: Digitalisierung für Kopf und Herz

Die digitale Transformation ist für viele Entscheider aus dem deutschen Mittelstand eher eine Pflichtveranstaltung als eine Herzensangelegenheit. Viele müssen zunächst innere Widerstände und Ängste bekämpfen.

Viele mittelständische Unternehmen tun sich mit dem digitalen Wandel noch schwer
(Foto: vege/Fotolia)

Obwohl Schlagworte wie »Digitaler Wandel« und »Industrie 4.0« allgegenwärtig sind, ist die Digitalisierung gerade im deutschen Mittelstand kein Selbstläufer. Wenn es um die digitale Transformation geht, sind die Probleme in den Köpfen der Menschen allerdings oft größer als die tatsächlichen technischen Herausforderungen. Das hat eine Studie zur »Psychologie der Digitalisierung« ergeben, für die 500 Entscheider in mittelständischen Firmen dazu befragt wurden, wie sich Digitalisierung im Unternehmensalltag anfühlt. In Auftrag gegeben wurde die Studie von der »Innovation Alliance«, einem Zusammenschluss von Cisco mit elf seiner Partner. Ziel der Allianz ist es, den deutschen Mittelstand bei der Digitalisierung zu unterstützen und Wege aufzuzeigen, wie er mit konkreten Schritten seine Wettbewerbsfähigkeit sichern kann.

Die Mehrheit der deutschen Mittelständler steht dabei noch am Beginn des Weges in die Digitalisierung. Nur die wenigsten (12 Prozent) sind der Meinung, sie hätten bereits die Hälfte des Weges zum digitalen Unternehmen geschafft. 18 Prozent der Befragten sehen sich noch am Anfang, 37 Prozent haben erste Schritte gewagt und 27 Prozent setzen sich bereits intensiv mit der Digitalisierung auseinander.

Das Argument »Das haben wir schon immer so gemacht« ist dabei der größte Gegner des digitalen Wandels. Vorhandene Systeme und Arbeitsweisen in Frage zu stellen und neue Wege zu gehen, fällt vielen Befragten nicht leicht. Auf Managementebene müssen dabei 29 Prozent der Befragten interne Widerstände überwinden. In den Fachabteilungen haben sogar noch mehr Mitarbeiter Schwierigkeiten mit einer Umstellung: In Sales und Marketing kämpfen 49 Prozent, in Finance/Controlling sowie in der Produktion je 43 Prozent gegen innere Wiederstände.

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