Extreme Networks kauft wieder zu: Avaya verkauft das Netzwerkgeschäft

Avaya plant, sein Netzwerkgeschäft an Extreme Networks zu verkaufen. Der Verkauf soll rund 100 Millionen Dollar in die Kasse des Kommunikationsspezialisten spülen, der seit Januar unter Gläubigerschutz nach Chapter 11 steht.

Extreme Networks setzt seine Einkaufstour im Netzwerkmarkt fort. Für rund 100 Millionen Dollar möchte der amerikanische Hersteller das Netzwerkgeschäft von Avaya übernehmen. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge erwartet sich Extreme Networks von der Übernahme Synergien mit dem eigenen Portfolio und laut CEO Ed Meyercord zusätzliche Einnahmen in Höhe von 200 Millionen Dollar.

Extreme Networks hatte bereits im Herbst vergangenen Jahres das WLAN-Geschäft von Zebra Technologies gekauft. Durch die Übernahme hat der Hersteller damals nicht nur sein bestehendes Wireless-Portfolio um zusätzliche Produkte ergänzt, sondern sich auch neue Branchen wie den Retailsektor und Logistikunternehmen erschlossen.

Avaya möchte sich durch den Verkauf der Netzwerksparte wieder auf sein Kerngeschäft mit Unified-Communications- und Contact-Center-Lösungen fokussieren, begründet Avaya-CEO Kevin Kennedy den Schritt. Der Hersteller kommt traditionell aus dem Markt für TK-Lösungen. Erst 2009 hatte sich Avaya mit der Übernahme der Netzwerksparte von Nortel Zugang zum Netzwerkmarkt gekauft.

Im Januar dieses Jahres musste Avaya wegen einer Schuldenlast von rund 6,3 Milliarden Dollar in den USA Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragen. Die ausländischen Tochtergesellschaften, darunter auch die deutsche, sind von der Insolvenz allerdings nicht betroffen.

Die Tatsache, dass Avaya seit Anfang des Jahres unter Gläubigerschutz steht, könnte die geplante Veräußerung der Netzwerksparte in die Länge ziehen. Denn Avaya steht unter der Aufsicht des Bankrupty Courts der USA, was auch Auswirkungen auf den Verkauf von Unternehmensanteilen hat. Nachdem Extreme Networks sein Interesse an einer Übernahme bekundet hat, haben nun weitere Interessenten die Möglichkeit, Gebote für die Netzwerk-Sparte abgeben. Wenn es mehrere Angebote gibt, läuft der Verkauf als Auktion ab. Nach derzeitigen Plänen soll die Übernahme bis Ende Juni abgeschlossen sein.