Ausfall von Netzwerk-Komponenten: Cisco-Hardware als tickende Zeitbombe

Ein Fehler in einer Taktsignal-Komponente führt zu einem dauerhaften Ausfall der betroffenen Netzwerk-Komponenten. Auch in Geräten anderer Hersteller ist der fehlerhafte Chip verbaut.

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Mehrere Netzwerk-Produkte von Cisco enthalten eine fehlerhafte Taktsignal-Komponente. Dieser von Cisco »Clock Signal Component Issue« genannte Zeitgeber-Bug hat zur Folge, dass die Geräte nach ungefähr 18 Monaten ausfallen und auch nicht mehr in Betrieb genommen werden können. Wie der Cisco-Distributor Comstor bestätigt, ist auch der deutsche Markt davon betroffen.

Schuld ist vermutlich Intels Atom-Prozessor der Baureihe C2000 mit den Codenamen Avoton und Rangeley, der sich in vielen Firewalls, Routern und Switches befindet. Auf der Webseite www.cisco.com/c/en/us/support/web/clock-signal.html#~order verlinkt Cisco ein Excel-Sheet, das anhand der Seriennummer prüft, ob ein Gerät von dem Bug betroffen ist. Aber auch mehrere NAS-Systeme etwa von Synology verwenden diesen Chip, ebenso einige Mainboard-Hersteller.

Cisco will defekte Geräte austauschen, vorausgesetzt der Kunde hatte bis zum 16. November 2016 einen Service-Vertrag oder eine Garantie. Das Unternehmen geht von sehr vielen Anfragen aus. Priorität haben dabei Geräte mit langer Laufzeit und daher einem drohenden Ausfall in naher Zukunft. Cisco betont, dass es sich nicht um einen Rückruf handelt.

Wie CRN USA berichtet, sind dort bereits über 10.000 Geräte durch den Bug unbrauchbar geworden. Partner, die ihre eigenen Services zusätzlich zu Cisco-Produkten anbieten, könnten auf den Kosten für den Austausch sitzen bleiben. Diese gehen nach Angaben eines Cisco-Partners in die Millionen.