Neue EU-Richtlinie für Funkprodukte: Sorge um Lieferengpässe im WLAN-Markt

Eine neue EU-Richtlinie könnte zu einem Verkaufsverbot für Produkte mit Funkschnittstelle führen. Industrieverbände fordern einen Aufschub der Übergangsfrist – bislang ohne Erfolg.

Fristverlängerung gefordert

Dass die Standardisierungsgremien die notwendigen Normen doch noch rechtzeitig harmonisieren können, erwartet die Branche mittlerweile nicht mehr. Dazu ist der Verzug bereits jetzt zu groß. Der europäische Ingenieursverband Orgalime verweist etwa darauf, dass erst bei 26 der Standards die Arbeit komplett abgeschlossen sei. Bei 89 weiteren fehle noch eine Überprüfung und Zustimmung der EU-Kommission.

Die Branche bemüht sich aktuell um eine Verlängerung der Übergangsfrist. Der Industrieverband ZVEI und der Digitalverband Bitkom fordern einen Aufschub um zwei Jahre bis Juni 2019. Auch der europäische Branchenverband Digitaleurope hält einen Aufschub um ein bis zwei Jahre für notwendig, wie er in einem Brief an die EU-Kommission mitgeteilt hat. Bislang ist die EU-Kommission auf diese Vorschläge allerdings nicht eingegangen. Die Behörde erklärt, man arbeite gemeinsam mit den Standardisierungsgremien daran, den Großteil der neuen Standards auszuarbeiten, bevor die Übergangsfirst abläuft.

Falls das nicht gelingt, sind die Folgen für Markt und Lieferketten ungewiss. Die Marktzugangsblockade für WLAN-Produkte droht weiterhin.

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