Weihnachtliche Leseliste: Buchtipps von Bill Gates

Bill Gates stellt auf seiner Webseite seine fünf spannendsten Buchentdeckungen des Jahres vor. Die Themen reichen von Tennis über Management und politische Führungstheorie bis hin zu den Herausforderungen der Genforschung und Energiewende.

Bill Gates stellt auch dieses Jahr wieder seine fünf Lesetipps für die Feiertage vor
(Foto: gatesnotes.com)

Seit Bill Gates bei Microsoft nur noch einen Posten im Aufsichtsrat bekleidet, hat er viel Zeit, sich anderen Dingen zu widmen. Neben den zahlreichen Wohltätigkeits-Aktionen zusammen mit seiner Frau Melinda ist der Multimilliardär ein eifriger Leser. Schon seit seiner Jugend liest er nach eigenen Angaben fast jede Woche ein Buch. »Selbst wenn mein Terminplan außer Kontrolle gerät, schaufle ich mir Zeit zum Lesen frei«, bezeugt Gates seine Liebe zu gedruckten Werken. Immer wieder stellt er auf seiner Webseite gatesnotes auch einige Werke vor, die ihm besonders gut gefallen haben. So auch jetzt wieder. Rechtzeitig vor Weihnachten präsentiert er die fünf Bücher, die er dieses Jahr am spannendsten fand und als Geschenk empfehlen kann. Dass er sie auch wirklich gelesen hat, beweist er, indem er jedes der Werke auch ausgiebig selbst rezensiert. Dabei zeigen die fünf ausgewählten Werke auch, für welche Bandbreite an Themen sich Gates interessiert.

Auf dem ersten Platz präsentiert er »String Theory« von David Foster Wallace. Hier handelt es sich nicht etwa um ein Standardwerk der Physik, sondern vielmehr um eine Sammlung von fünf heitere bis zynische Essays des Autors rund um den Tennissport. Dennoch »lässt einen der Titel supersmart erscheinen, wenn man das Buch im Zug oder Flugzeug liest«, so Gates augenzwinkernd in seiner Besprechung. Ebenfalls sehr gut gefallen haben ihm die Memoiren des Nike-Mitgründers Phil Knight, »Shoe Dog«. Gates lobt hier insbesondere die Offenheit, mit der Knight über seine Erfahrungen und seinen Weg spricht, ohne den Leser dabei belehren zu wollen. Das Ergebnis ist laut Gates eine wirklich spannende Geschichte. Ebenfalls besonders beeindruckt hat Gates dieses Jahr das Buch »The Gene« des Wissenschaftlers und Pulitzer-Preisträgers Siddhartha Mukherjee. Der Autor schaffe es damit hervorragend, die wissenschaftlichen Hintergründe und gesellschaftsphilosophischen Problemstellungen der Genforschung in einem auch für die breite Allgemeinheit gut verständlichen Werk zu präsentieren, lobt Gates.

Brandaktuell ist das vierte von Gates präsentierte Werk, »The Myth of the Strong Leader«, von Archie Brown. Darin widerlegt der seit Jahren auf dem Gebiet der politischen Führung forschende Autor die These der »starken Führer«. Vielmehr seien es diejenigen Politiker, die gut mit anderen zusammenarbeiten, verhandlungsbereit sind und zu delegieren wissen, die nachhaltig positive Spuren in der Menschheitsgeschichte hinterlassen. Obwohl schon 2014 veröffentlicht, wurde das Buch erst in diesem Jahr durch das Auftreten von Donald Trump als ein solcher vermeintlicher starker Führer zum Bestseller. Als fünftes Buch für den Gabentisch schlägt Gates außerdem »The Grid« von Gretchen Bakke vor. Die Autorin beschreibt die Entstehung des amerikanischen Stromnetzes und schlägt den Bogen zu den aktuellen Herausforderungen, die dadurch in der heutigen Zeit entstehen. Dieses technische Gebilde zu modernisieren sei genauso wichtig wie komplex, urteilt der Microsoft-Gründer in seiner Besprechung. Laut Gates gehört es damit zu einer seiner Lieblingskategorien, »faszinierende Bücher über alltägliches«.