Einbrüche im Highend-Bereich: Server-Markt unter Druck

Die meisten Server-Hersteller haben ein schweres Quartal hinter sich, sowohl die Absätze als auch die Umsätze gingen teils deutlich zurück. Nur wenige Anbieter wie Cisco oder Huawei konnten dem Trend trotzen.

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Im dritten Quartal 2016 wurden aktuellen Gartner-Zahlen zufolge weltweit 2,69 Millionen Server verkauft – ein Minus von 2,6 Prozent. Das Umsatzvolumen schrumpfte um 5,8 Prozent auf 12,7 Milliarden Dollar. Jeffrey Hewitt, Research Vice President bei Gartner, konstatiert eine allgemein sehr verhaltene Ausgabepolitik bei Unternehmen. Verstärkend käme hinzu, dass diese dank Virtualisierung ihre bestehenden Systeme oftmals weiter nutzen können und nicht in neue Hardware zu investieren brauchen.

Bei IDC hat man massive Einbrüche bei Highend-Servern festgestellt. Deren Umsätze gingen um 25 Prozent zurück, während das Minus in anderen Bereichen halbwegs moderat ausfiel. Einen Teil der Verluste hätten Hyperscaler durch den Ausbau ihrer Cloud-Datacenter kompensiert, erklärt Kuba Stolarski, Research Director bei IDC, doch der heftige Abwärtstrend sei kaum zu überwinden gewesen. Insgesamt sind die Server-Umsätze den IDC-Zahlen zufolge um 7 Prozent auf 12,5 Milliarden Dollar geschrumpft – und damit noch ein bisschen stärker als nach den Berechnungen von Gartner.

Angeführt wird der Markt weiter von HPE, das sowohl beim Umsatz als auch den ausgelieferten Stückzahlen vorne liegt und laut Gartner einen Marktanteil von 25,5 Prozent erreicht. Wie die Verfolger Dell (17,5 Prozent) und Lenovo (7,8 Prozent) musste auch HPE Umsatzeinbußen hinnehmen. Der einzige Server-Hersteller in den Top-5, der gegen den Trend wachsen konnte, war Cisco mit einem Umsatzplus von 5 Prozent. Damit konnte man IBM, das 33 Prozent einbüßte, vom vierten Rang verdrängen.

Auch bei den Stückzahlen liegen HPE, Dell und Lenovo trotz Rückgängen vorn. Dahinter platzieren sich mit Huawei und Inspur Electronics zwei chinesische Hersteller, die mit deutlichen Zugewinnen von über 20 Prozent aufwarten. Beide profitieren von ihren starken Geschäften im Heimatmarkt.