Kooperation mit Software AG: Bosch schärft sein IoT-Profil

Der Industriekonzern Bosch will seine eigene IoT-Cloud auf eine breitere Basis stellen. Nach der Integration in SAP Hana kooperiert der Hersteller nun mit der Software AG. Neben der Entwicklung gemeinsamer Dienste wollen beide Unternehmen auch beim Vertrieb zusammenarbeiten.

Bosch-Chef Volkmar Denner
(Foto: Bosch)

Gemeinsam mit der Software AG stellt Bosch die Nutzung seiner eigenen IoT-Cloud ausbauen. Im Rahmen einer strategischen Innovationspartnerschaft wollen beide Unternehmen gemeinsam neue Dienste und Lösungen für das Internet of Things und Industrie 4.0 entwickeln sowie beim Vertrieb zusammenarbeiten. Vor allem Partner und Kunden aus der Fertigung, Logistik und dem Handel sollen von der Kooperation zwischen dem Industrie-Konzern und dem Software-Hersteller profitieren. »Unser Ziel ist es, die umfassende Kompetenz von Bosch als Innovationsführer mit unserer Softwareexpertise im Cloud-Umfeld bestmöglich zu kombinieren«, erklärt Karl-Heinz Streibich, Vorsitzender des Vorstands der Software AG.

Dazu wird die »Digital Business«-Plattform der Software AG mit ihren Modulen für Datenanalyse und Entscheidungsfindung in Echtzeit künftig in die IoT-Cloud von Bosch integriert. Anschließend sollen basierend auf den Funktionen der Datenbank Predictive Analytic-Tools realisiert werden. Die Vorhersage-Werkzeuge sollen gekoppelt an die Echtzeitanalyse von Daten aus Umgebungssensoren oder Risikoanalyse-Systemen die Grundlage für intelligente IoT-Lösungen bieten. Durch die Bosch-Cloud lassen sich diese anschließend beliebig skalieren. »Als Technologiepartner können wir unseren Kunden noch schneller und effizienter innovative Lösungen mit der Bosch IoT Cloud bieten«, sagt Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Bosch.

Der Industriekonzern baut damit sein Engagement im wachsenden IoT-Markt weiter aus. Der Hersteller ist derzeit das einzige Unternehmen, das auf allen drei Ebenen des Internet of Things unterwegs ist. Neben Sensorik und Software für Vernetzung entwickelt Bosch auch neue Services für das IoT. Bereits im September verkündete der Konzern eine Partnerschaft mit SAP, um die eigenen Dienstleistungen in die Hana-Datenbank zu integrieren. Die Zusammenarbeit mit der Software AG ist nun ein weiterer Schritt, um das eigene IoT-Portfolio einem immer größer werdenden Ökosystem an verschiedenen Partnern und Anwendern schmackhaft zu machen.

Wie sich Bosch immer weiter als Komplettanbieter für das IoT präsentiert zeigt auch die jüngste Übernahme der ITK Engineering AG. Der System- und Softwareentwickler aus Rülzheim in der Südpfalz gilt als Spezialist für modellgestützte technische Individual- und Automatisierungssoftware, die beispielsweise zur Vernetzung von Sensoren und Baugruppen in der automatischen Steuerung von automobilen Fahrassistenzsystemen und Maschinen benötigt wird.