Mit Filesharing gegen Amazon und Google: Kim Dotcom kündigt Megaupload 2.0 an

Mit einer neuen Version von Megaupload will Kim Schmitz nächstes Jahr ein neues Zeitalter des Filesharings einleiten und im gleichen Zug die Kryptowährung Bitcoin zum Massenzahlungsmittel machen.

(Foto: Kim Dotcom)

Während sich die Justiz in Neuseeland munter weiter um die von den USA beantragte Auslieferung des deutschen Internetunternehmers Kim »Dotcom« Schmitz streitet, scheint es dem jungen Mann, der zeitweise auch unter einer Art Hausarrest in seinem luxuriösen Anwesen stand, offenbar allmählich langweilig zu werden. Nachdem er in den vergangenen Monaten bereits eine politische Karriere begonnen und auch einen Ausflug ins Musikgeschäft unternommen hatte, will er jetzt wieder zu den Wurzeln seines Erfolgs zurückkehren. Auf Twitter kündigte der streitbare wie unterhaltsame Millionär an, nächstes Jahr eine neue Version seiner Filesharing-Plattform Megaupload an den Start zu bringen. Der Startschuss für Megaupload 2.0 soll am 20. Januar 2017 fallen, genau fünf Jahre nachdem der Vorgänger geschlossen wurde.

Doch Kim Dotcom wäre nicht Kim Dotcom, wenn er einfach nur eine fade Neuauflage planen würde. »Megaupload 2.0 bringt Dezentralisierung, Anonymität und Verschlüsselung auf ein neues Level. Ein Albtraum für jene, die Massenüberwachung und Zensur wollen«, verspricht er vollmundig und gewohnt kampfeslustig. Dieser Seitenhieb richtet sich natürlich insbesondere gegen die USA, die den Vorgänger Megaupload nach Ermittlungen des FBI wegen Urheberrechtsvergehen vor vier Jahren aus dem Verkehr gezogen und Anklage gegen Dotcom erhoben hatten. Um dieses Ziel zu erreichen, soll Megaupload 2.0 wesentliche Verbesserungen mit sich bringen, indem etwa die zur Plattform übertragenen und dort gespeicherten Daten hochsicher verschlüsselt werden. Für die Umsetzung seines ehrgeizigen Projekts sucht Dotcom nach eigenen Angaben derzeit noch weitere Spezialisten und Entwickler für Datenbanken, Sicherheit und Verschlüsselung.

Mit dieser Vision peilt Dotcom über 100 Millionen Nutzer an, die alten Nutzer-Accounts von Megaupload sollen von Beginn an mit integriert werden. Darüber hinaus hat sich der umtriebige Unternehmer schon eine einfache Methode ausgedacht, um schnell an den notwendigen Content zu kommen, mit dem die Nutzerzahlen in diese Höhe getrieben werden können: er will die Up- und Downloads auf der Plattform mit Bitcoin-Zahlungen verknüpfen. Jedem Nutzer soll ein kostenloser Rahmen von 100 GByte zugestanden werden, für weitere Downloads muss bezahlt werden, für zusätzliche Uploads gibt es im Gegenzug Geld. Mit diesem »Bitcache«-System will Dotcom gleichzeitig der Kryptowährung Bitcoin helfen, den Massenmarkt zu erobern. Sollte das funktionieren, würde es den Preis für Bitcoins enorm in die Höhe treiben. Dotcom selbst rechnet mit bis zu 2.000 US-Dollar, viermal so viel wie aktuell. Zudem will er mit Megaupload 2.0 auch Cloud-Speicherdienste wie Amazon angreifen, indem es als Whitelabel-Lösung auch kostenlos auf eigene Domains eingebunden werden kann.