Ausbau der SDN-Strategie: Riverbed kauft Ocedo

Riverbed hat den Zukauf von Ocedo bekannt gegeben. Die Lösungen des deutschen Unternehmens ermöglichen eine zentrale Verwaltung von Netzwerken an verschiedenen Standorten. Durch die Übernahme will Riverbed künftig schneller SD-WAN-Umgebungen bereitstellen.

Jerry M. Kennelly Riverbed Chairman und Chief Executive Officer
(Foto: Riverbed)

Riverbed forciert den Ausbau seiner Software defined Network (SDN)-Strategie. Der Application Performance Infrastructure-Anbieter hat in diesem Rahmen die Übernahme von Ocedo bekannt gegeben. Das in Karlsruhe angesiedelte Unternehmen hat Lösungen für SDN und Software defined Wide Area Network (WAN) im Portfolio. Sie sollen Riverbed nun dabei helfen, SDN-, Application Performance- sowie Business Agility-Lösungen schneller zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus lassen sich laut Hersteller durch die Übernahme SD-WAN-Umgebungen in kürzerer Zeit realisieren lassen.

»Die innovativen SDN-Lösungen ergänzen unsere eigenen strategischen Investitionen in Entwicklung und Forschung perfekt. So können wir in den wachsenden Märkten rund um SDN und SD-WAN noch offensiver konkurrieren und den milliardenschweren Markt für Zweigstellen-Router aufrütteln«, sagt Jerry M. Kennelly, Riverbed Chairman und Chief Executive Officer. Die digitale Transformation sowie der steigende Einsatz von Cloud-basierten und hybriden IT-Umgebungen erfordere einen anderen Ansatz an das Netzwerk. Unternehmen können seiner Meinung nach von SDN-Umgebungen profitieren, da sie dabei helfen, die Anwendungen in den Mittelpunkt zu stellen.

Mit SD-WAN-Lösungen lässt sich zudem der Einsatz sowie die Verwaltung von hybriden WANs vereinfachen, indem beispielsweise Anwendungen, die vor Ort oder in der Public Cloud gehostet sind, schneller und flexibler bereitgestellt werden können. Riverbed rechnet daher damit, dass der Markt für SD-Wan in den nächsten Jahren signifikant wachsen wird. Laut einer Studie des Analyse- und Marktforschungsinstituts Gartner werden bis Ende 2019 30 Prozent aller Unternehmen SD-WAN-Produkte in ihren Zweigstellen nutzen. Heute liegt ihre Zahl gerade mal bei einem Prozent.

»Der Zukauf von Ocedo macht Riverbed mit einem Schlag zu einem der führenden Provider für SDN- und SD-WAN-Lösungen«, sagt Zeus Kerravala von ZK Research. Er sieht die Position des US-Herstellers durch die Übernahme gestärkt. Dabei wird seiner Ansicht nach der Application Performance Infrastructure-Anbieter mit seinem erweiterten Portfolio davon profitieren, dass in vielen Unternehmen die Netzwerke modernisiert werden müssen.

Neben der Technologie werden auch die Mitarbeiter von Ocedo zu Riverbed wechseln. »Wir freuen uns sehr darüber, dass wir nun ein Teil von Riverbed sind. Das Team ist genauso engagiert und leidenschaftlich wie wir, wenn es darum geht, den Status Quo über den Haufen zu werfen und überlegene Netzwerklösungen für die Cloud-basierten, mobilen und hybriden IT-Umgebungen von heute zu ermöglichen«, erläutert Jan Hichert, CEO von Ocedo. Er kündigt an, dass die Technologie seines Unternehmens auch unter dem neuen Dach weiter vorangetrieben wird.

Über die finanziellen Details der Akquisition machten beide Unternehmen keine Angaben.