Steigende Energiekosten im Rechenzentrum: »Wir müssen vier Mal so effizient sein«

Die fortschreitende Digitalisierung bedingt einen steigenden Bedarf an Rechenzentrumskapazitäten und treibt den Energieverbrauch in die Höhe. Hier will Schneider Electric gegensteuern. Vor allem in der Kühlung der Datacenter steckt großes Einsparpotenzial.

(Foto: Schneider Electric)

Urbanisierung, Digitalisierung, Industrialisierung. Diese Megatrends sorgen für riesigen Energiehunger. Davon bleibt auch die IT nicht unberührt, die zahlreiche Ressourcen zur Verfügung stellen muss. Der Aufbau von lokalen und zentralen Rechenzentrumskapa-zitäten ist schon jetzt zu beobachten und wird zu einem höheren Energieverbrauch beitragen.

Derzeit machen die Stromkosten in Datacentern lediglich zwei Prozent der globalen Stromaufwendungen aus. »Studien halten aber einen Energieverbrauch von zehn Prozent in Rechenzentren für möglich«, sagt Michel Arres, Vice President IT Business bei Schneider Electric, auf einem Pressetermin am italienischen Standort des Herstellers in Conselve. Zum Vergleich: Größere Gebäudekomplexe und die Industrie machen derzeit jeweils 30 Prozent aus. In den nächsten 40 Jahren werde der Energieverbrauch insgesamt auf das Doppelte ansteigen. Gleichzeitig müssen die CO2-Emmissionen halbiert werden. »Das heißt, wir müssen vier Mal so effizient sein wie zuvor«, erklärt ­Arres.
Daher ist es in seinen Augen schon jetzt sinnvoll, in die Nachhaltigkeit von Datacentern zu investieren. Viel Potenzial sieht er im Cooling-Bereich. Schließlich mache die Kühlung in Rechenzentren einen großen Teil des gesamten Energieverbrauchs aus.

»Die Energiekosten sind sehr wichtig für unsere Kunden«, stellt Anne Marie Gignac, Senior Vice President Cooling Business, fest und kündigt an, dass der Hersteller bis nächstes Jahr alle Cooling-Produkte erneuern wolle, »um effizienter zu werden«. Die Produktion und das Testlabor in Conselve spielen dabei eine wichtige Rolle. Vor allem das Thema Prävention will der Hersteller bei der Forschung stärker fokussieren. Das heißt, dass die Daten der Kühlsysteme durch Monitoring und Adaption besser genutzt werden sollen.

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