Rückgaberecht wird teurer: DHL führt Gebühr für Retouren ein

Ab Juli müssen Shopbetreiber beim Logistikdienstleister DHL für einige Rücksendungen eine Gebühr von vier Euro bezahlen.

DHL will künftig 4 Euro für unverschuldete Retouren an Händler. (Bild: Lennartz - fotolia.com)

Paket-Retouren werden für viele Onlineshops ab dem Sommer noch teurer. Der Logistikdienstleister DHL führt zum 1. Juli 2013 das sogenannte »Rücksendeentgelt« ein. Für viele Retouren werden dann pauschal vier Euro fällig. Erhoben werden soll diese Gebühr immer dann, wenn die Abholungs- und Lagerfrist überschritten wird, zum Beispiel weil der Kunde die Annahme verweigert, oder im Urlaub ist. Außerdem muss das Rücksendeentgelt auch bei falschen Adressangaben, die eine Zustellung unmöglich machen, bezahlt werden. Immerhin werden in diesem Fall zuerst eine Adressprüfung und ein zweiter Zustellversuch unternommen, bevor die Ware zurück an den Verkäufer geht. Bisher hatte DHL den Rückversand, wie die meisten Konkurrenten auch, kostenlos abgewickelt.

Für Händler stellt sich damit die Frage, wer die Gebühr letztlich bezahlen soll. Sie jeweils an den Kunden weiter zu reichen ist jedenfalls aller Wahrscheinlichkeit nach nicht erlaubt. Da das Rücksendeentgelt Teil des Vertrages zwischen Händler und Logistiker ist, haben Verbraucher gute Chancen, sich gegen eine Übernahme der Kosten zu wehren. Zudem sprechen die gesetzlichen Regelungen zum Widerrufs- und Rückgaberecht dem Handel die Möglichkeit ab, den Kunden Strafen oder andere Zahlungen für die Retouren in Rechnung zu stellen. Damit sieht es ganz so aus, als müsste der Handel das entsprechende Risiko künftig bei den Preisen für seine Produkte mit einkalkulieren.

Die Konkurrenz plant derartige Zusatzzahlungen indes bisher nicht. So hat beispielsweise Hermes bekräftigt, dass man keine derartigen Pläne habe. Der zu erwartenden Umsatz stehe in keinem Verhältnis zur damit verursachten Verärgerung der Geschäftskunden, so ein Sprecher des Unternehmens. Laut eigenen Informationen würden ähnliche Bedingungen bei Hermes sowieso nur weniger als ein halbes Prozent aller verschickten Pakete betreffen. DHL will sich allerdings aus Wettbewerbsgründen nicht dazu äußern, wie viele Paketlieferungen von der Abgabe betroffen sind. Experten gehen jedoch davon aus, dass in einigen Branchen bis zu 30 Prozent der gewerblich versendeten Ware wieder zurückgeschickt wird.

Ausführliche Informationen zum Thema Rücksendekosten bietet auch der folgende Artikel: Online-Handel: Streitfall Rücksendekosten