In nur drei Monaten zum Mars: Atomkraft statt Triebwerk

Eine neue Antriebstechnik für Raumschiffe soll in Zukunft Marsreisen auf bis zu drei Monate verkürzen. Grundlage für den neuen Antrieb ist die Kernfusion.

Statt Raketentreibstoff soll es in Zukunft mittels Kernfusion zum Mars gehen (Bild: Volodymyr Krasyuk - Fotolia.com)

Was nach Science-Fiction klingt, könnte bald Realität werden. Eine neue, auf Kernfusion basierende Antriebstechnik für Raumschiffe soll Reisen zum Mars in Zukunft deutlich verkürzen, zumindest wenn es nach Wissenschaftlern geht. Mit herkömmlichen Raketentreibstoffen müssen deutlich längere Reisezeiten einkalkuliert werden. So geht die US-Weltraumbehörde NASA gar von vier Jahren Flugzeit aus. John Slough, Wissenschaftler an der Universität von Washington in Seattle, möchte den Umstand mit einem von ihm selbst entwickelten Antriebssystem ändern. Dabei soll das Raumschiff mittels Kernfusion beschleunigt werden.

Als Treibstoff würde demnach Deuterium, ein Wasserstoff-Isotop, dienen. Nur ein winziger Tropfen wird in die Brennkammer gegeben. Anschließend schließen sich Ringe aus Lithium mit Hilfe eines Magnetfeldes derart um den Tropfen zusammen, dass eine Fusionsreaktion ausgelöst wird. Die anschließend ionisierte Metallhülle würde danach vom Kraftwerk mit einer Geschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde aus dem Triebwerk gestoßen. Der gesamte Vorgang dauert dabei nur den Bruchteil einer Sekunde und soll laut dem Erfinder Reisen zum Mars in ein bis drei Monaten ermöglichen. Momentan ist das von der NASA geförderte Projekt noch in der Testphase. Die Entwickler zeigen sich jedoch optimistisch, dass 2020 der erste Fusionsantrieb gebaut werden kann.