Robert Iezzi im CRN-Interview: Notebook.de-Chef setzt auf Expansion

Nach einem Jahr der Zurückhaltung drängt Notebook.de auf Expansion. Der Etailer aus Darmstadt will sich dabei weder verzetteln noch auf einen ruinösen Preiskampf einlassen.

Notebook.de-Chef Roberto Iezzi (Bild: Notebook.de)

CRN: Ein hoher Preis ist ein Maß für die Blödheit des Kunden. Soweit haben Saturn und Media Markt mit seiner – angeblichen - Tiefstpreisgarantie Geiz und Sparen zu Tugenden verklärt. Sind alle anderen Idioten, wenn sie woanders einkaufen?

Iezzi: Dumm sind Kunden selbstverständlich nicht, wenn sie bei Notebook.de einkaufen. Im Gegenteil: Wir achten auf marktorientierte Preise, reagieren fast schon stündlich auf den Wettbewerb und können sehr gut mithalten. Gute Preise sind nun einmal die Basis für erfolgreichen Internethandel.

CRN: So gut, dass am Ende der Umsatz, aber nicht der Ertrag stimmt?

Iezzi: Umsatz ist das Letzte, was mich interessiert. Wir haben 2011 bewusst auf Umsatzwachstum zugunsten des Ertrags verzichtet. Im vergangenen Jahr konnten wir dafür umso stärker zulegen und sind um über 40 Prozent auf 50 Millionen Euro gewachsen. Jetzt sind wir in der komfortablen Lage, weiter profitabel zu wachsen und kräftig zu investieren. Es ist doch so: Die Zielvorgaben der Hersteller steigen mit dem Umsatz und es wird dann immer schwieriger auskömmliche Backends zu bekommen.

CRN: Erst Größe schafft doch Aufmerksamkeit und Einkaufsvorteile?

Iezzi: Sicher. Aber letztlich muss jeder Händler selbst entscheiden, ob er Waren verramschen oder Geld verdienen will. Im Übrigen: Manche Hersteller tragen mit ihrer Vertriebspolitik eine Mitschuld am Preisverfall.

CRN: Wie verdienen sie Geld?

Iezzi: Um profitabel zu sein, kalkulieren wir neben auch andere Faktoren sehr genau: Verfügbarkeit, Lagerbestand, klar fokussiertes Sortiment, nachfragestarke High-Runner. Zudem differenzieren wir uns durch Services wie individuelle Konfiguration, schnelles RMA, Inzahlungnahme von Altgeräten und einem eigenen Reparatur-Service in Darmstadt, wo wir rund 6.000 Reparaturen jährlich durchführen.

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