Echte Nähe ist wichtiger: Social Networking löst reale Kontakte nicht ab

Social Networking ist derzeit angesagt, keine Frage. Dennoch treffen sich acht von zehn Internetnutzern in Deutschland lieber mit ihren Freunden auf einer Party als im Internet 2.0. Dies geht aus einer internationalen Umfrage des Marktforschungsinstitutes Ipsos hervor.

Ipsos-Umfrage: Echte Nähe zwischen den Menschen wird trotz Social Media deutlich bevorzugt - außer in Ungarn. (Grafik: Ipsos)

Trotz der vielfältigen Möglichkeiten, sich den Mitmenschen etwa bei Facebook oder Twitter mitzuteilen und »live« aus dem eigenen Leben zu posten oder zu bloggen, bevorzugt eine sehr große Mehrheit nach wie vor den Blickkontakt und die Nähe zu den Mitmenschen.

In Deutschland sagen 81 Prozent der befragten Internetnutzer, dass sie lieber eine reale Party besuchen, als sich über das Web 2.0 auszutauschen. Erstaunlicherweise werden dabei Begegnungen in der virtuellen Welt eher von den Älteren bevorzugt: 22 Prozent der deutschen Internetnutzer zwischen 50 und 64 Jahren gaben an, sich lieber in sozialen Netzwerken als auf Partys zu bewegen - im Gegensatz zu 18 Prozent der User unter 35 Jahren.

Internetnutzer in Spanien, Frankreich und Schweden erteilen den sozialen Netzwerken die deutlichste Absage: Jeweils neun von zehn Nutzern dort würden sich lieber auf einer Party mit ihren Freunden treffen als im Internet unterwegs zu sein. In Ungarn sind es dagegen nur 70 Prozent. Damit haben die Magyaren im europäischen Vergleich das geringste Interesse an realen Kontakten, wenn sie vor die Wahl gestellt werden.

Im weltweiten Vergleich zeigt sich die Internetaffinität am stärksten in Indonesien: nur 40 Prozent der Internetnutzer dort würden sich lieber mit Freunden treffen, 60 Prozent bevorzugen Facebook und Co.

Unabhängig jedoch von Alter und Land ist es unbestritten, dass soziale Netzwerke im Internet gerade für Unternehmen eine ideale Plattform sind, mit ihren Kunden und denen, die es werden könnten, in Kontakt zu treten und diesen auch zu pflegen. Denn die Menschen werden sich in den nächsten Jahren immer mehr und selbstverständlicher im Web 2.0 bewegen.