Arbeiten ja – wohnen nein: Pendeln für den Job

Deutschland ist ein Land der Pendler. Das geht aus einer aktuellen Xing-Erhebung hervor. Über die Hälfte der Mitglieder beruflichen Netzwerks wohnen nicht in der Stadt, in der sie arbeiten.

Pendeln gehört für viele Arbeitsnehmer in Deutschland zum Alltag (Foto: © berc - Fotolia.com).

Spitzenreiter unter den größten Städten der Bundesrepublik ist Frankfurt (Main), wo fast 70 Prozent aller Arbeitnehmer einen anderen Wohnort vorziehen – dicht gefolgt von Duisburg und Mannheim. Den mit Abstand niedrigsten Anteil verzeichnen die Arbeitnehmer in Berlin – nur jeder Sechste, der hier arbeitet, hat eine Wohnung außerhalb der Spreemetropole. Städte der neuen Bundesländer wie Dresden, Leipzig oder Magdeburg verzeichnen ebenfalls einen niedrigen Anteil an fahrfreudigen Arbeitskräften.

Männer nehmen insgesamt wesentlich häufiger einen längeren Weg zur Arbeit in Kauf, wie eine Analyse der Postleitzahlen zeigt. Haben der Wohn- und der Arbeitsort nur die erste Stelle der Postleitzahl gemeinsam, so ist der Anteil männlicher Pendler über 40 Prozent höher als der bei Frauen. ?Eine Analyse nach Branchen zeigt, dass vor allem im primären und sekundären Sektor oft ein weiter Anfahrtsweg zur Arbeit erforderlich ist: In der Agrarwirtschaft, im industriellem Anlagenbau und in der verarbeitenden Industrie sind jeweils rund zwei von drei Arbeitnehmern in einem anderen Ort tätig. Auch Arbeitnehmer in der Technikbranche sollten eine Bereitschaft für längere Anfahrtswege zu ihrem Arbeitsplatz mitbringen. Bei der Kulturindustrie dagegen scheinen viele räumliche Nähe zum Arbeitsort zu bevorzugen – hier ist kaum jeder Vierte in einer anderen Stadt zum Arbeiten, ähnlich sieht es in der Medienbranche mit einer Pendlerquote von 36 Prozent aus. Auch Arbeitnehmer in medizinischen Berufen müssen selten pendeln und sind nach Arbeitsschluss schneller zu Hause.