Wissenschaftler beweisen: Stress macht Männer zahm

Wer sich mehr Sozialverhalten von einem Mann wünscht, sollte ihn einfach ein wenig unter Stress setzen. Denn ein Forschungsteam der Freiburger Unviversität hat Überraschendes zutage gefördert.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sich gestresste Männer besonders sozial verhalten (Foto: olly - Fotolia.com).

Die Wissenschaftler haben in einer Studie untersucht, wie Männer in Stresssituationen reagieren – und mit den Ergebnissen eine fast 100 Jahre alte Lehrmeinung widerlegt. Im Ergebnis zeigten Probanden, die unter Stress standen, deutlich mehr positives Sozialverhalten als Probanden der Kontrollgruppe, die sich nicht in einer Stresssituation befanden. Negatives Sozialverhalten jedoch wurde durch Stress nicht beeinflusst. Für Prof. Dr. Markus Heinrichs, einem der Leiter der Studie an der Universität Freiburg, hat dies weit reichende Konsequenzen für ein besseres Verständnis der sozialen Bedeutung von Stress: »Aus vorherigen Studien unseres Labors wussten wir bereits, dass positiver sozialer Kontakt mit einem vertrauten Menschen vor einer Stresssituation die Stressreaktion reduziert. Offenbar ist diese Bewältigungsstrategie so stabil verankert, dass Menschen auch unmittelbar im oder nach dem Stress durch positives soziales Verhalten Stressreaktionen verändern können«.

Der bisherigen Annahme zufolge sollen Menschen und die meisten Tierarten bei Stress die Kampf-oder-Flucht-Reaktion zeigen. Erst seit den späten 1990er Jahren sind einige Wissenschaftler zu der Auffassung gelangt, dass Frauen unter Stress alternativ nach dem Tend-and-Befriend-Konzept handeln, also mit einem beschützenden (tend) und Freundschaft anbietenden (befriend) Verhalten reagieren. Männern hingegen wurde nach wie vor unterstellt, bei Stress aggressiv zu werden.

Mit der aktuellen Studie hat das Forschungsteam erstmals das Sozialverhalten bei Männern unter Stress experimentell untersucht. Im Ergebnis zeigten die Probanden, die unter Stress standen, deutlich mehr positives Sozialverhalten als die Probanden der Kontrollgruppe, die sich nicht in einer Stresssituation befanden. Negatives Sozialverhalten jedoch wurde durch Stress nicht beeinflusst. Für Markus Heinrichs hat dies weit reichende Konsequenzen für ein besseres Verständnis der sozialen Bedeutung von Stress: »Aus vorherigen Studien unseres Labors wussten wir bereits, dass positiver sozialer Kontakt mit einem vertrauten Menschen vor einer Stresssituation die Stressreaktion reduziert. Offenbar ist diese Bewältigungsstrategie so stabil verankert, dass Menschen auch unmittelbar im oder nach dem Stress durch positives soziales Verhalten Stressreaktionen verändern können«.