Polizeiliche Kriminalstatistik 2009: Cybercrime in Deutschland auf dem Vormarsch

Die heute vorgestellte Polizeiliche Kriminalstatistik 2009 weist einen Anstieg der Cyberdelikte mit dem Tatmittel Internet um fast ein Viertel aus. Während der Anteil von Betrugsfällen weiter steigt, beruhigen sich andere kritische Bereiche wie Kinderpornografie und Softwarepiraterie.

Immer mehr Cyberdelikte werden bei der Polizei angezeigt. (Bild: Danny Meyer, fotolia.com)

Deutschlands Straßen und öffentliche Plätze werden sicherer, während seine Datenautobahnen und Sozialen Treffpunkte mehr und mehr von Cyberkriminellen Betrügern und Abzockern unsicher gemacht werden. Das ist die bittere Bilanz, die nach der gerade von Innenminister Thomas de Maizière Maiziere vorgestellten Polizeilichen Kriminalstatistik für 2009 zu ziehen ist.

Erstmals wurden im vergangenen Jahr über 200.000 Straftaten registriert, die mit dem Tatmittel Internet begangen wurden, fast 25 Prozent mehr als noch 2008. Den Großteil der Cyberkriminalität machten Betrugsfälle aus, auf die gut 80 Prozent der Internetkriminalität entfielen. 30 Prozent dieser Fälle wurden unter Warenbetrug gelistet. Aber auch die Zahl der Betrugsfälle mittels rechtswidrig erlangter Daten von Zahlungskarten stieg von 10.124 in 2008 auf 17.072 in 2009 deutlich an.

Ebenso wies der Bereich Identitätsdiebstahl ein gefährliches Wachstum von fast zwei Dritteln auf. Hier zeigt sich, dass die Cyberkriminellen immer gezielter nach Zugangsdaten für Online-Banking und andere Dienste im Web greifen. Außerhalb des Webs werden dafür beispielsweise verstärkt Mittel wie das »Skimming« von Geldautomaten eingesetzt.

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