Intels Modular-Server unter der Lupe: Server, Storage und Netzwerk in einer Box

Seit etwa einem Jahr ist der »Intel-Modular-Server« auf dem Markt verfügbar. Das System vereint bis zu sechs Server (Compute-Modules) sowie Storage- und Netzwerk-Infrastruktur samt Management in einem Gehäuse. Damit ist der Server vor allem für kleine und mittelständische Firmen interessant, die ein »Rechenzentrum im Kleinformat« suchen.

Der Intel-Modular-Server ist ein Rack-System im Format 6 HE (Höheneinheiten). Er kombiniert bis zu sechs Server (Compute-Modules) sowie Storage- und Netzwerk-Infrastruktur samt Management in einem Chassis. Zielgruppe sind vor allem kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs). Seit kurzem bietet Intel optional die Shared-LUN-Funktion für den Modular-Server an. Damit können Virtual-Drives gleichzeitig mehreren Compute-Modules zugeordnet werden.


Der Intel-Modular-Server: Neben sechs Server-Modulen lassen sich auch Storage-Komponenten integrieren, sprich bis zu 14 Festplatten.

Besonders wertvoll ist diese Funktion für den Aufbau von Clustern und virtualisierten Umgebungen. Denn dank Shared-LUN sind Hochverfügbarkeitssetups, die den Zugriff auf einem gemeinsamen Storage erfordern, möglich. Außerdem lassen sich dadurch virtuelle Maschinen (Virtual Machines, VM) im laufenden Betrieb verschieben, etwa mit VMware. Das System kann daher vor allem zur Konsolidierung bestehender Serverlandschaften eingesetzt werden.

Aufbau des Modular-Server

An der Vorderseite des Servers befinden sich sechs Einschübe für Compute-Modules, vierzehn Festplatteneinschübe für SAS-Festplatten (Serial-Attached SCSI) im Format 2,5 Zoll sowie ein Lüfter-Einschub. Jedes Compute-Module verfügt vorne jeweils über zwei USB- und einen VGA-Anschluss. An der Rückseite sind Einschübe für zwei Storage-Controller-Module (SCMs), zwei Ethernet-Switches und ein Chassis-Management-Modul (CMM) vorhanden.

Hinzu kommen bis zu vier Netzteile sowie zwei Lüftermodule. Intern sind alle Komponenten über eine Midplane verbunden und hot-swap-fähig, das heißt, sie lassen sich im laufenden Betrieb austauschen. Verglichen mit einem konventionellen Server-System erspart dieser Aufbau viel Verkabelungsaufwand. Außerdem reichen maximal vier Stromanschlüsse, um alle Komponenten redundant mit Strom zu versorgen.

Die Compute-Modules selbst können jeweils mit bis zu 32 GByte RAM und zwei Intel-Multi-Core-CPUs der Reihe Xeon 5000 ausgestattet werden.

Verwaltung mittels Web-Browser

Verwaltet wird das System über einen Web-Browser. Die Verwaltungssoftware ist in die Firmware des CMM integriert. Der Zugriff erfolgt einfach über die IP-Adresse des CMM. Die Oberfläche ist in drei Bereiche aufgeteilt:

• System

• Reports

• Settings

Im Bereich »System« werden Server, Storage und Ethernet-Switches konfiguriert. Für die Server stehen dabei Funktionen wie Power On/Off, Reset, Remote KVM & CD und Remote-Serial-Console zur Verfügung. Da das CMM allerdings nur mit 100 MBit/s an das Netzwerk angebunden werden kann, ist die Remote-CD-Funktion nur bedingt nützlich.

Die Installation der Betriebssysteme erfolgt deshalb besser entweder als Netzwerkinstallation direkt über die GBit-Anbindung der Server oder über ein externes USB-DVD Laufwerk. Dieses lässt sich an der Vorderseite der einzelnen Compute-Modules anschließen.


Verwaltet wird das System mithilfe eines Web-GUI.

Der zweite Bereich »Reports« zeigt eine Übersicht über das Storage-Layout, Event-Infos, ein Dashboard, sowie Funktionen zur Selbstdiagnose. Im dritten Bereich »Settings« werden schließlich alle Einstellungen wie IP-Adresse, SNMP (Simple Network Management Protocol), E-Mail-Benachrichtigungen oder Benutzerverwaltung vorgenommen. Außerdem können zusätzliche Features aktiviert werden, etwa Shared-LUN. Weiterhin lässt sich die Firmware aktualisieren.

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