Wirkungsforschung zur Rezeption des Internets: Der überforderte Rezipient

Ursprünglich erwartete die Wirkungsforschung durch Web-Angebote eine zusätzliche interaktive Dimension für die Medienrezeption. Mehr und mehr wird jedoch deutlich: Das vielfältige Informationsangebot des Internets überfordert die Nutzer.

(Foto: Fotolia/Valeria Potapova)

Unter dem Motto »Selfies, Sex und fette Katzen« präsentierten Verlagsleiter Matthäus Hose und der Wirtschaftspsychologe Prof. Dr. Matthias Spörrle auf dem Media Summit 2015 der WEKA FACHMEDIEN aktuelle Erkenntnisse aus der Wirkungsforschung rund um die neuen Medienformen im Internet. Der ungewöhnliche Vortragstitel versprach dabei einen humorigen Ausflug in die skurrilen Aspekte des World Wide Web – und tatsächlich unterhielten sich die zahlreichen Teilnehmern aus der ITK- und Medienbranche prächtig.

Das Thema aber ist ernst: Cybermobbing, Cyberchondrie, Keyboard Warriors und Rezipienten, die angeleitet durch entsprechende Inhalte zu »Real Life Warriors« werden, sind Begleiterscheinungen der zunehmenden Online-Kommunikation. Spörrle konstatiert eine ständige Überforderung der Rezipienten durch das Internet und seine zahlreichen Content- und Marketingkanäle von der klassischen Webseite über Onlinespiele bis hin zu sozialen Netzwerken.

In diesem Sinne wird aus dem Traum von der selbstbestimmten, interaktiven Kommunikation schnell ein Kommunikationsalbtraum und eine Kernfrage lautet: Wer kommuniziert hier überhaupt mit mir? Die beiden Vortragenden können wiederum belegen, dass in Konsequenz dieser Überforderung traditionelle Medienkanäle und -marken unverändert als seriöse Orientierungspunkte bei der Informationsbeschaffung dienen.

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