Etailer im Test der Verbraucherzentrale: Jeder vierte Online-Händler ziert sich bei Stornierungen

Jeder vierte Online-Händler verweigert die Stornierung von Online-Käufen, wenn der Kunde eigene Fehler gemacht hat. Andere räumen nur kurze Storno-Fristen ein.

Die Amerikaner sind bei Stornierungen vorbildlich (Idprod - Fotolia.com)

Bereut man die sündhaft teure Shopping-Tour im Internet, kann man in Deutschland vom 14-tägigen Widerrufsrecht Gebrauch machen. Doch oftmals wäre – sowohl für Kunde als auch für den Online-Shop – eine sofortige Stornierung oder Änderung sinnvoller. Zum Beispiel, wenn die Reue den Kunden direkt nach dem Drücken des »unverbindlich bestellen«-Buttons befällt. Aber es können auch Änderungen nötig sein wie andere Farben, Größen oder Mengen. Im Falle einer Stornierung entfällt das Hin- und Hersenden der Ware. Kosten und Umweltbelastung würden merklich verringert.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat in einer Stichprobe 50 Online-Shops bezüglich möglicher Stornierungen und Änderungen getestet. Für die Studie wurden Händler befragt und von den Websiten Informationen gesammelt. Oftmals müssen Händler zwischen der erwarteten schnellen Auslieferung und einer kostensparenden Stornierung entscheiden – ein Dilemma.

Immerhin bieten 40 der 50 untersuchten Shops eine Stornierung bereits erteilter Aufträge an, drängen dabei aber meist zur Eile. »Möglichst umgehend« will Adidas das Storno der Kunden erhalten, »fünf Minuten« sind es bei der Internetapotheke Sanicare. Epson sieht im Zeitraum binnen 15 bis 30 Minuten eine gute Chance. Nur Otto gibt mehr Zeit und will Standardlieferungen noch bis 22 Uhr des Bestelltages stornieren.

Conrad dagegen bleibt Vage: Storno sei möglich, »sofern der Auftrag noch nicht abgeschlossen ist«. Gerry Weber ist das Glücken der Stornierung »abhängig vom Bestellzeitpunkt«.

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