»Kurz vor dem entscheidenden Sprung«: Wearable Technology: Die Revolution im Business

Wearable Technology steht kurz vor dem Durchbruch. 2014 sollen sich schon 90 Millionen Devices verkaufen und den Weg in den Massenmarkt ebnen.

(Foto: Evena)

Google Glass, Smartwatches und Fitness-Armbänder haben Wearable Devices 2013 in den Medien zu einem Trendthema gemacht. Die Technologie am menschlichen Körper begann aber schon vor mehr als einem Jahrzehnt ihren Aufstieg im Markt. Uhren mit IT-Features, Bluetooth-Headsets oder erste Datenbrillen – die Geräte entwickeln sich stetig, erleben jetzt jedoch eine Revolution und könnten 2014 den Schritt vom Trend zum umsatzstarken Marktreiber schaffen. »Die kommenden zwölf Monate sind ein kritischer Abschnitt für die Akzeptanz und die Einführung der Wearable Devices«, sagt ABI Senior Analyst Joshua Flood. Demnach seien Healthcare-Produkte wie Fitness-Tracker schon im Markt angekommen, Innovationen wie Smartwatches müssten sich aber erst noch beweisen. »Design, überzeugende Einsatzszenarien, die Batterielaufzeit und der Preis sind die Hauptproblemstellungen«, so Flood. Wie die Hersteller diese Herausforderungen angehen und ihre jeweiligen Lösungen, sollen nach Aussagen des ABI-Analysten den Wearable-Markt bis in ferne Zukunft maßgeblich beeinflussen.

Wie eine Prognose der Marktforscher aufzeigt, steigen die Absatzzahlen der tragbaren Devices 2014 auf 90 Millionen Geräte. Im Vorjahr sollen es laut Christian Stammel, CEO bei der Wearable Technologies AG, rund 50 Millionen verkaufte Einheiten gewesen sein. »Wir sehen ein Jahr-zu-Jahr-Wachstum von 40 bis 50 Prozent«, erklärt Stammel gegenüber CRN. In Zukunft könnten die Verkäufe aber nochmals entscheidend zunehmen. Wie die Analysten geht der Wearable Technologies-CEO davon aus, dass der Markt derzeit vor dem »entscheidenden Sprung« steht. »Bisher ist die Entwicklung noch rein von Technik-Enthusiasten und den Early Adopters getrieben«, sagt Stammel. »Jetzt hat der Konsument die Devices wahrgenommen und sie entwickeln sich zum Megatrend.«

Treiber verschiedener Märkte

Während Google Glass und Smartwatches hauptsächlich für die Konsumenten interessant sind, geht die tatsächliche Revolution der Wearable Devices aber im B-2-B-Umfeld und in der Industrie vonstatten. Geräte wie Epsons Augmented Reality-Brille »Moverio BT-200« eignen sich aufgrund ihrer klobigen Konstruktion kaum für den täglichen Einsatz im Stadtgetümmel. In Verbindung mit einer Software von Metaio kann das tragbare Interface jedoch Objekte erkennen und Konstruktionspläne sowie Reparaturanleitungen oder andere technische Informationen über dieses projizieren. Eine gewinnbringende Chance für die verschiedensten Bereiche der Industrie und Produktion.

Aber auch der Fitness- und Healthcare-Markt profitiert maßgeblich von der technischen Entwicklung. Smart-Armbänder verfügen über immer mehr Sensoren und erfassen Vitaldaten nicht nur punktuell, sondern 24 Stunden über den Tag hinweg. Besonders bei kritischen Patienten haben Ärzte auf diesem Weg die Chance, gezielter zu behandeln und auf Basis von gesammelten Daten klare Prognosen zu treffen. Aber auch Datenbrillen finden aktuell ihren Weg in den Healthcare-Bereich. Die »Evena Medical« erlaubt es beispielsweise, Venen unter der Haut in Echtzeit anzuzeigen. »Wearable Devices könnten neue Lösungswege für die großen Krankheitsthemen ermöglichen«, erklärt Stammel. »Hier gibt es viel Potenzial für das Gesundheitswesen und es steht uns ein entscheidender Umbruch bevor.«

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