Finanzierung: Getgoods verhandelt um Kreditlinien

Der Etailer Getgoods hat offenbar Probleme, seinen Wachstumskurs zu finanzieren. Wie das Unternehmen bestätigte, verhandelt man derzeit um die Kreditlinien.

Getgoods-CEO Rockstädt-Mies verhandelt mit Euler Hermes über die Kürzung der Kreditlinien (Bild: Getgoods)

Getgoods hat offenbar Schwierigkeiten, seinen aggressiven Wachstumskurs zu finanzieren. Wie CRN aus zuverlässiger Quelle erfuhr, steht die Euler Hermes Forderungsmanagement GmbH mit dem Etailer in Verhandlungen um die Kreditlinien. Der Etailer bestätigte CRN, dass der gesamte Getgoods-Konzern sich derzeit in Verhandlungen mit Euler Hermes bezüglich der Kreditlimits befindet. Als Begründung gab die IR-Abteilung Umstrukturierungen innerhalb des Unternehmens an. »Durch Neustrukturierung des Konzerns kann es bei einigen Lieferanten zu entsprechenden Kürzungen gekommen sein.« Wie genau die genannte Neustrukturierung allerdings aussieht, dazu äußerte sich der Etailer nicht.

Getgoods machte in der Vergangenheit vor allem durch seine hohen Wachstumsraten auf sich Aufmerksam. Allerdings hat das an der Frankfurter Börse notierte Unternehmen seit zwei Jahren mit stetig sinkenden Kursverlusten zu kämpfen. So verbuchte die Aktie ausgehend vom Schlusskurs des Vorjahres von 2,80 Euro in der ersten Jahreshälfte 2013 einen Kursverlust von ganzen 29,3 Prozent auf 1,98 Euro. Der Etailer finanzierte seinen Wachstumskurs vor allem über Kapitalerhöhungen an der Börse. So emittierte Getgoods im Oktober 2012 eine fünfjährige Unternehmensanleihe mit einem Volumen von 30 Millionen zu einem festen Zinssatz von 7,5 Prozent. Schon Ende Juni diesen Jahres wurde diese Anleihe um 7,54 Millionen Euro aufgestockt. Laut Geschäftsbericht soll die Anleihe »im Wesentlichen zur weiteren Finanzierung des organischen und anorganischen Unternehmenswachstums verwendet werden«