So werden aus 400 Dollar 1.149 Euro: Das kostet Apple das iPhone X

Nicht nur für die Kunden, sondern auch für Apple selbst ist das iPhone X das teuerste iPhone aller Zeiten. Bei einem Herstellungspreis von knapp 400 Dollar bleibt dennoch genügend Marge für den Hersteller übrig.

Die Komponenten des iPhone X sind deutlich teurer, als bei den anderen Modellen und älteren Generationen
(Foto: statista.com)

Mit dem iPhone X hat Apple zum Jubiläum der Mutter aller Smartphones alle Register gezogen. Das Gerät mit seinem futuristischen fast rahmenlosen Super-Display beherbergt auch in seinem Inneren zahlreiche Komponenten der Spitzenklasse und bringt einige spannende neue Features wie Face ID mit. Das renommierte Time Magazine erklärte das Gerät deshalb zu einer der Innovationen des Jahres. Den allenthalben zur Beschreibung des Geräts genutzten Superlativen folgend, würdigen es die Redakteure als das »anspruchsvollste Smartphone der Welt«. Etwas nüchterner sehen das die Experten der Stiftung Warentest, die es trotz guter Leistungswerte angesichts fehlender Robustheit als »das zerbrechlichste iPhone aller Zeiten« betiteln. Unbestritten ist jedoch, dass es das (bislang) teuerste iPhone aller Zeiten ist.

Wie die Analysten von IHS Markit bestätigen, gilt dies nicht nur für die Kunden, die in Europa satte 1.149 Euro für das Basis-Modell mit 64 GByte Speicher berappen müssen, sondern auch für Apple selbst. Nachdem sie das Gerät komplett in seine Einzelteile zerlegt und eingehend untersucht haben, beziffern sie den Preis aller verbauten Komponenten auf 370,25 US-Dollar. Teuerstes Teil ist das Touch-Display mit einem geschätzten Einkaufspreis von 110 Dollar. Die hochgelobte Kamera kostet demnach immerhin noch 35 Dollar. Damit kosten die Komponenten des iPhone X gut ein Viertel mehr als die des iPhone 8 Plus, das inklusive Produktionskosten auf 295,44 Dollar geschätzt wird. Das kleinere iPhone 8 kostet Apple den Experten zufolge noch einmal rund 40 Dollar weniger (254,87). Das Vorgängermodell iPhone 7 war mit 224,80 Dollar noch etwas günstiger.

Im Vergleich mit den Vorgängern zeigt die von Statista zusammengefasste Statistik der IHS-Schätzungen auch, dass die Verbilligung der Komponenten nicht ganz ausreicht, um den Einsatz immer besserer Teile in neuen Generationen auszugleichen. Zudem sind die erheblichen Kosten für Forschung und Entwicklung in diesen Preisschätzungen nicht enthalten. Dennoch bleibt auch die für Apple übrigbleibende Marge rekordverdächtig. So rechnet IHS etwa für das aktuelle Samsung-Flaggschiff Galaxy S8 (64 GByte) mit einem ähnlichen hohen Herstellungspreis wie beim iPhone 8 Plus. Während das Galaxy S8 im europäischen Verkauf mit 799 Euro zu Buche schlägt, verlangt Apple für das iPhone 8 Plus etwas über 900 Euro.