Windows-Phones werden wieder ausgemustert: New Yorker Polizei wechselt 36.000 Lumias gegen iPhones aus

Nachdem sich ihre bisherige Strategie, auf Microsofts Windows Phone zur Unterstützung der Beamten im Einsatz zu bauen, als Sackgasse erwiesen hat, steigt die Polizei in New York jetzt auf Apples iPhone um.

Die Ordnungshüter New Yorks steigen von Windows Phones auf iPhones um
(Foto: nypdnews.com)

Nur wenige Monate nachdem die Polizei in New York (NYPD) den Rollout von Smartphones mit Windows Phone für ihre Einsatzkräfte abgeschlossen hat (siehe: NYPD setzt auf Windows Phones), wird jetzt das System gewechselt. Die Ordnungsbehörde hat nach eigener Auskunft damit begonnen, 36.000 iPhones für ihre Einsatzkräfte zu ordern und ihre eigens für Windows Phone entwickelte Plattform samt dazugehörigen Apps für die iOS-Umgebung anzupassen beziehungsweise neu zu entwickeln. Als Hintergrund für den Wechsel werden gleich mehrere gravierende Faktoren wie die mangelnde Verbreitung der Geräte (Lumia 640 XL und Lumia 830), Nachschubprobleme bei der Hardware, die nahezu eingestellte Unterstützung durch Microsoft, sowie das entgegen der ursprünglichen Ankündigung nicht mögliche Update der Smartphones von Windows Phone 8.1 auf Windows 10 Phone genannt.

Obwohl Kritiker einige dieser Punkte bereits beim Start des Projekt vor rund drei Jahren bemängelt und die Anschaffung der Windows-Phones deshalb als Investition in eine obsolete Technologie bezeichnet hatten, beteuern die IT-Verantwortlichen, dass sie die Schwierigkeiten nicht vorhersehen hätten können. Vor allem die stellvertretende IT-Leiterin Jessica Tisch, die als maßgebliche Treiberin für die damalige Auswahl des Windows-Betriebssystems gilt, wird deshalb nun von mehreren Seiten hart angegriffen. »Niemand kauft 36.000 Smartphones alleine auf Anraten einer einzelnen Person«, wird etwa anonym ein Mitarbeiter der Polizei in einem Artikel der Zeitung New York Post zitiert. »Selbst wenn man Jesus Christus persönlich ist, holt man sich dafür Rat bei einem Expertenteam«, so der Polizeiangestellte weiter.

Als Antwort auf die Vorwürfe betont Tisch nun in einem öffentlichen Statement, dass das Projekt dennoch ein voller Erfolg sei und eine wichtige Basis für die Polizeiarbeit der Zukunft geschaffen habe. Durch die direkte Verfügbarkeit wichtiger Informationen wie geographischen Koordinaten zu Notrufen und dem mobilen Zugriff auf die Datenbanken der Behörde sei vor allem die Reaktionszeit der Beamten um fast zehn Prozent kürzer geworden. Gerade in lebensbedrohlichen Situationen bei Gewaltverbrechen oder Vermisstmeldungen ein signifikanter Wert. »Das klingt bestimmt nicht nach einem „nutzlosen Smartphone“, oder?«, hält sie den Angreifern entgegen.

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Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von Serhar uenal , 21:34 Uhr

Microsoft ist auf einem langsamen aber stetigen Abstieg. Mobile First, Cloud First das war mal. Geblieben ist die Cloud. Aber was Verfügbarkeit und Qualität der Cloud-Services angeht, ist Microsoft Lichtjahre von Amazon entfernt. Im Backend dominiert Linux, Frontend wird immer mehr ins Mobile abwandern (also Google und Apple). Was bleibt? Office?