»Marea«-Unterseekabel: Neuer Daten-Highway im Atlantik

Rund 6.400 Kilometer lang und nur wenig dicker als ein Gartenschlauch: Microsoft, Facebook und Telxius haben in Rekordzeit ein neues Transatlantikkabel mit einer Bandbreite von 160 Terabit pro Sekunde verlegt.

(Foto: Run Studios - Microsoft)

Nicht mal zwei Jahre haben Microsoft, Facebook und der spanische TK-Ausrüster Telxius benötigt, um ein neues transatlantisches Highspeed-Datenkabel zu konstruieren und zu verlegen. Damit war man eigenen Angaben zufolge fast dreimal schneller als frühere derartige Projekte. Das »Marea«, spanisch für »Gezeiten«, getaufte Kabel ist etwa anderthalb mal so dick wie ein Gartenschlauch und enthält acht von Kupfer ummantelte Glasfaserkabelpaare. Sein Bau begann im August des vergangenen Jahres, in den letzten fünf Monaten nun wurde es zwischen Virginia Beach an der US-Ostküste und dem spanischen Bilbao verlegt. Über die mehr als 6.400 Kilometer lange Leitung, die durchschnittlich in 3.300 Metern Tief verläuft, sollen ab dem kommenden Jahr 160 Terabit pro Sekunde übertragen werden können – genug, um 71 Millionen HD-Videos gleichzeitig zu streamen.

Marea ist das schnellste der derzeitigen Transatlantikkabel und soll nicht nur dem wachsenden Datenstrom zwischen den USA und Europa gerecht werden, sondern auch für Ausfallsicherheit sorgen. Wie notwendig das ist, zeigte 2012 der Hurrikan »Sandy«, der an der US-Ostküste schwere Schäden anrichtete und die Verbindungen zwischen den USA und Europa mehrere Tage störte. Einige Stunden waren die interkontinentalen Netzwerkverbindungen sogar komplett unterbrochen, woraufhin mehrere derartige Transatlantikkabel-Projekte angestoßen wurden.