Nutzerfreundlichkeit als zentrales Verkaufsargument: Polycom forciert Contentsharing-Lösungen

Große Konferenzsysteme sind ein Nischengeschäft - bei vielen Businesskunden gefragt sind einfach bedienbare Collaboration-Tools, die Abstimmungsprozesse im heutigen Arbeitsalltag erleichtern.

Jens Brauer ist Area Sales Vice President DACH, Eastern Europe, Middle East and Africa bei Polycom.
(Foto: Polycom)

Mit offenen und besonders nutzerfreundlichen Lösungen für diese Anforderungen will Polycom über den Partnerkanal einen wesentlich breiteren Markt ansprechen.

Erste Entwicklungen von Technologien zur Videokonferenz begannen bereits in den 1930er Jahren, parallel zur Entwicklung des Fernsehens. Trotz weitaus besserer Technologien und Leitungsnetze ab den 1970er Jahren und einer dadurch getragenen Wiederaufnahme der Entwicklung waren Videokonferenzen bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts nur in wenigen Großkonzernen verbreitet. Der klägliche Zuspruch lag daran, dass die meisten Lösungen immens kostspielig, kompliziert zu nutzen und obendrein nicht miteinander kompatibel waren.

Heute sieht die Zusammenarbeit in Unternehmen vielerorts völlig anders aus als noch vor zwanzig Jahren. Die reine Präsenzkultur hat ausgedient und immer mehr Mitarbeiter verrichten zumindest einen Teil ihrer Aufgaben von unterwegs aus oder im Homeoffice. Meetings werden kurzfristig anberaumt und spezielle Konferenzräume werden hierfür höchst selten benötigt. Die Videokonferenz hat sich etabliert – aber anders als einst gedacht: Wir übertragen Bilder via Skype oder Facetime über Mobiltelefone oder Notebooks. Beim spontanen Austausch zwischen zwei Arbeitskollegen stehen häufig Dokumente im Vordergrund: Wer beispielsweise im Team eine Präsentation vorbereitet und sich hierzu abstimmen möchte, kann das mit modernen Collaborationtools in Echtzeit tun.

Inhalte schnell austauschen

Von diesen aktuellen Veränderungen in der Arbeitswelt profitieren will auch Polycom. Das Unternehmen stellt sich breiter auf und entwickelt Lösungen speziell für solche Betriebe, bei denen Collaboration schon fest zum Alltag gehört. Aktuelles Beispiel ist Pano. Mit dieser Contentsharing-Lösung will der Hersteller neue Bereiche für sich und seine Fachhandelspartner erschließen. Mit Hilfe der kleinen Pano-Box lassen sich die Inhalte von bis zu vier Geräten gleichzeitig an ein beliebiges Display übertragen, gleichgültig, ob die Inhalte von PCs, Macs, Tablets oder Mobilgeräten wie Smartphones kommen. Die drahtlose Konferenzverbindung wird durch eine native Unterstützung der Anwendungen AirPlay und Miracast der Apple- und Windows-Betriebssysteme ermöglicht.

Als zentrales Verkaufsargument sieht man bei Polycom die intuitive Bedienbarkeit an. »Bei unseren Lösungen stellen wir das Nutzerlebnis in den Vordergrund«, unterstreicht Jens Brauer, Area Sales Vice President DACH, Eastern Europe, Middle East and Africa bei Polycom. Es sei absolut entscheidend, wie gut Anwender eine Lösung in ihren Arbeitsalltag integrieren und nutzen können. Dazu sei zum Beispiel eine intuitive Steuerung unabdingbar. Keinesfalls soll es für die Polycom-Lösungen notwendig sein, dass die potenziellen Nutzer zuvor gründlich geschult werden müssen. »Die Anwender wollen eine Lösung nutzen und sich nicht erst lange in die Technik einarbeiten«, ist Brauer überzeugt.

Offene Systeme gefragt

Darüber hinaus zählt die Öffnung gegenüber neuen Ecosystemen klar zur Kernstrategie von Polycom. »Dadurch erweitert sich der Markt für unsere Partner erheblich«, sagt Brauer. Das unterscheide Polycom deutlich von den Mitbewerbern, die vorwiegend auf ihre eigenen Insellösungen setzten. Insbesondere arbeitet Polycom eng mit Microsoft zusammen. Aus der Partnerschaft sind schon einige aufeinander abgestimmte UCC-Lösungen hervorgegangen.

Vor Kurzem hat Microsoft zum Beispiel »RealPresence Group Series« von Polycom für Microsoft Skype for Business Online als Teil von Office 365 zertifiziert. Zudem ist der Service Polycom RealConnect für Office 365 nun in Europa verfügbar. Er verbindet Standard-basierte Video-Endsysteme nahtlos mit Skype for Business Online. Strategische Allianzen bestehen darüber hinaus unter anderem mit Unify und T-Systems.

Nach der gescheiterten Übernahme von Polycom durch Mitel im Spätsommer vergangenen Jahres ging das 1990 gegründete Unternehmen für rund zwei Milliarden US-Dollar an eine Konzerngesellschaft der New Yorker Siris Capital Group. An der Ausrichtung von Polycom in Bezug auf seine Partner hat sich Brauer zufolge auch unter neuer Flagge nichts verändert. »Wir verfolgen unseren 2015 eingeschlagenen Weg weiter«, betont der Vertriebsmann. Während technische Anforderungen einem ständigen Wandel unterliegen, ist Kontinuität im Partnergeschäft sicherlich keine schlechte Botschaft.