»Essential Phone«: Android-Erfinder Andy Rubin stellt Highend-Smartphone vor

Andy Rubin hat sein lang erwartetes »Essential Phone« vorgestellt, das mit ungewöhnlichem Design aufwartet und sich über ein Modulsystem erweitern lassen soll. Auch ein digitaler Assistent im Stile von »Amazon Echo« und »Google Home« ist geplant – allerdings mit Augenmerk auf die Privatsphäre des Nutzers.

Vor allem mit seinem dünnen Rahmen und der Aussparung für die Kamera im Display fällt das »Essential Phone« des Android-Erfinders Andy Rubin auf
(Foto: Essential)

Zweieinhalb Jahre nach seinem Abschied von Google meldet sich Android-Erfinder Andy Rubin auf dem Smartphone-Markt zurück. Sein neues Projekt »Essential« ist dazu angetan, seinem alten Arbeitgeber, aber auch Apple Konkurrenz zu machen, indem bewusst einige neue Pfade beschritten werden. Er habe Essential gegründet, so Rubin, weil Technologie sich nicht nur in eine gute Richtung entwickelt habe. Es gebe mehr und mehr unnötige Features, welche die Nutzer verwirren, und eine wachsende Zahl von Produkten, die nicht miteinander zusammenarbeiten. »Ich bin teilweise verantwortlich dafür«, muss der Android-Erfinder einräumen. »Bei all dem Guten, das Android geleistet hat, um Technologie zu fast Jedermann zu bringen, so hat es auch geholfen, diese bizarre neue Welt zu schaffen, in der die Menschen mit eben jener Technik kämpfen, die eigentlich dafür gedacht war, ihnen das Leben zu erleichtern.«

Mit Essential will Rubin daher ein paar Grundsätze befolgen, etwa die Technologie einfach halten und für ein gutes Zusammenspiel mit anderen System sorgen, also kein geschlossenes Ökosystem aufbauen. Zudem soll niemand gezwungen werden, etwas auf seinem persönlichen Gerät zu haben, das er dort nicht möchte. Und die Geräte sollen nicht jedes Jahr überholt werden, sondern sich über die Zeit weiterentwickeln.

Diesen Ansätzen sollen sowohl das neue Smartphone »Essential Phone« als auch der mit einem digitalen Assistenten ausgestattete Lautsprecher »Essential Home« folgen. Das Phone sticht schon optisch aus der Reihe aktueller Geräte heraus. Es setzt auf ein großes Display fast ohne Rahmen, wie das zuletzt schon Samsung und Xiaomi taten, treibt das Konzept aber auf die Spitze: Auch am oberen Ende reicht das Display bis fast an den Rand heran, sodass es eine Aussparung für die Kamera gibt, die ins Display hineinragt. Dadurch bekommt Essential bei Geräteabmessungen von nur 71,1 x 141,5 Millimetern einen Bildschirm mit 5,71 Zoll unter. Dieser stellt 2.560 x 1.312 Pixel dar.

Im Inneren des Gehäuses, das mit Titanrahmen und Keramikrückseite besonders robust sein soll, werkeln ein »Snapdragon 835« von Qualcomm und 4 Gigabyte Arbeitsspeicher. Dazu verbaut Essential 128 Gigabyte Speicher, allerdings gibt es keinen Speicherkartensteckplatz, um diesen zu erweitern. Das Dual-Kamera-System auf der Geräterückseite löst 13 Megapixel auf und soll auch bei schlechten Lichtverhältnissen gute Aufnahmen liefern, die Kamera auf der Front bringt es auf 8 Megapixel. Zur weiteren Ausstattung zählen LTE, WLAN nach 802.11ac, NFC sowie Fingerabdrucksensor, ein Akku mit 3.040 mAh und Schnellladefunktion. An der Unterseite des Smartphones sitzt ein USB-Type-C-Anschluss, auf eine Klinkenbuchse wurde verzichtet. Als Betriebssystem kommt Android 7.1 zum Einsatz – laut Hersteller in einer puren Version, ohne zusätzliche Funktionen, selbst entwickelte Oberflächen oder sonstige Anpassungen.

Das »Essential Phone« und die ansteckbare 360-Grad-Kamera
(Foto: Essential)

Das Essential Phone soll in den USA im Laufe des Juni auf den Markt kommen und 699 Dollar kosten. Zu Plänen für eine Markteinführung in anderen Regionen ist noch nichts bekannt. Klar ist dagegen, dass Essential rund um das Smartphone ein Modulsystem aufbauen will, über welches das Gerät erweitert werden kann. Die Module docken über einen magnetischen Konnektor an. Bereits angekündigt wurden eine Kamera für 360-Grad-Aufnahmen und eine Ladestation.

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