Einzelhandel mit Kuschelfaktor: Mobilcom-Debitel testet neues Shopkonzept

Mit einem neuartigen Shopkonzept will sich Mobilcom-Debitel von der Konkurrenz abheben. Wie das aussieht, zeigt das Unternehmen nun in München.

Hubert Kluske und Kerstin Köder von Mobilcom-Debitel sind vom neuen Shopkonzept überzeugt.
(Foto: Mobilcom-Debitel)

Im neuen Münchner Shop von Mobilcom-Debitel, der am zentral gelegenen Karlsplatz neu eröffnet worden ist, sollen sich die Kunden wohlfühlen. Über ein Jahr lang hat das Unternehmen deshalb am neuen Shopkonzept getüftelt und dabei mit der dänischen Briq Group zusammengearbeitet.

Das Ergebnis gleicht eher einem Wohnzimmer als einem nüchternen Fachgeschäft. Warme Farbtöne und Holz laden ebenso zum Verweilen ein wie ein langer Beratungstisch im Zentrum des Ladengeschäfts. Fehlen nur noch Kaffee und Kuchen. »Wir sind längst kein reiner Mobilfunkanbieter mehr, sondern bieten unseren Kunden ein großes Portfolio rund um den Digital-Lifestyle. Unser Shopkonzept muss sich deshalb deutlich von dem anderer Anbieter unterscheiden«, meint Hubert Kluske, Geschäftsführer der Mobilcom-Debitel Shop GmbH. Für die Kunden sei es heute wichtig, sich inspirieren zu lassen. Stationäres Shopping muss zum positiven Erlebnis werden, damit es einen Mehrwert gegenüber dem Online-Einkauf bietet. Kerstin Köder, Leiterin Marketing bei Mobilcom-Debitel, ergänzt: »Für uns war es wichtig, über den Tellerrand hinaus zu schauen, um auch aktuelle Retail-Trends aus anderen Branchen in die Gestaltung unseres neuen Shops einfließen zu lassen.« Soziale Wärme statt kaltes Internet!

Erst inspirieren, dann kaufen

Der mittelgroße Shop am Karlsplatz mit einer Gesamtfläche von rund 70 Quadratmetern gliedert sich in vier Elemente. Rechts startet die »Erlebnisreise« des Kunden mit der sogenannten »Digital-Lifestyle-Wall«. »Die meisten Menschen orientieren sich intuitiv nach rechts, das haben wir dabei berücksichtig«, erklärt Kluske. An der ersten Station im Laden sollen sich die Kunden inspirieren lassen. »Shopbesucher können hier in unterschiedliche Themenwelten eintauchen und einfach mal alles ausprobieren«, sagt Kluske. Die Palette ist breit gefächert und reicht von Smart-Home über Wearables, Kameras bis hin zu Audioprodukten. Auch saisonale Themen - aktuell Weihnachten – können hier in den Fokus gerückt werden.

An der Hinterwand des Shops – gegenüber dem Eingang – befindet sich die »Campain Wall«. Dabei handelt es sich um digitale Displays, auf denen aktuelle Kampagnen und unterschiedliche Themen präsentiert werden. Links daneben: die »Commercial-Wall«. Dort werden zahlreiche Produkte, wie etwas Smartphones und Zubehör. Präsentiert. Das modulare System soll dafür sorgen, dass dieses Element stets aufgeräumt und einladend wirkt. Das Zentrum des Shops ist der mehr als vier Meter lange Verkaufstisch, der den sonst vielfach üblichen Verkaufstresen ersetzt. Hier sollen sich der Kunde und der Händler auf Augenhöhe begegnen. Verkaufsgespräche können in aller Ruhe geführt werden.

»Der Point of Transaktion soll bei uns zum Point of Interaction werden«, erläutert Köder. Damit dieses Konzept aufgeht, erhalten die Mitarbeiter spezielle Schulungen und ein anderes Outfit. Zudem sollen Checklisten und ein Dekoguide den Mitarbeitern dabei helfen, die so genannte »Customer-Journey« für den Kunden zur Erlebnisreise mit Mehrwert werden zu lassen.

»Kinderkrankheiten« beseitigen

Im Shop in München soll das neue Konzept nun erst einmal auf Herz und Nieren getestet werden. »Wir wollen uns das Konzept im Einsatz zunächst einmal drei bis vier Monate lang anschauen, um etwaige »Kinderkrankheiten« zu beseitigen«, so Kluske. Erst danach soll ein Rollout erfolgen. Ingesamt wird es drei Prototypen des Shopkonzepts geben. Zusätzlich zum Münchener Shop wird ein ähnlicher Shop in Düsseldorf eröffnet. In Straubing will das Unternehmen das Shopkonzept ab dem ersten Quartal 2017 auf kleinerer Fläche ausprobieren. »Die meisten unserer Läden sind kleiner als der Shop am Karlsplatz. Deshalb wollen wir testen, wie das neue Shopkonzept auf kleinerer Fläche wirkt«, sagt Kluske. Die so gewonnenen Informationen will Mobilcom-Debitel dafür nutzen, mit einem ausgereiften Konzept den breiten Roll-out im Fachhandel angehen zu können.