Marketing-Gier siegt über Ingenieure: Die Ursache des Samsung-Desasters

Alles was bisher an Informationen über die Brände im Galaxy Note 7 erhältlich ist, lässt nur einen Schluss zu: Der gefürchtete Thermal-Runaway-Effekt setzt die Smartphones in Brand. Doch was steckt dahinter und wer ist schuld?

Eine Smartphone-Zelle wird auf einer Herdplatte überhitzt. Die Folge: Der Thermal-Run-Away-Effekt tritt ein, die Zelle öffnet sich und Batteriechemie tritt aus. Eingepackt in ein Smartphone würde der Akku Feuer fangen.
(Foto: Hochschule Landshut)

Die Galaxy-7-Smartphones von Samsung brennen nach den bisher veröffentlichten Berichten im Betrieb. Das heißt: Anders als bei dem Brand der LiIonen-Batterie im Dreamliner, die wegen eines Fehlers in der Ladeelektronik brannten, kommt es bei den Akkus in den Galaxy-Note-7-Smartphones zu einer Überhitzung während des Betriebs. Wenn sich nur in einer einzigen Zelle ein Hotspot bildet, dann setzt eine Kettenreaktion ein, innerhalb kürzester Zeit brennen alle Zellen: Es kommt zum Thermal Runaway, der nicht mehr zu stoppen ist.

Doch warum hat es ausgerechnet die Akkus im neuen Galaxy getroffen? Es liegt vor allem daran, dass die Hersteller der Smartphones eine möglichst hohe Energiedichte erreichen wollen, um beispielsweise eine lange Standby-Zeit ins Datenblatt schreiben zu können. Auch wenn die Standby-Zeit für die meisten Verbraucher im realen Leben ziemlich unwichtig sein dürfte, so schaut er doch auf die Zahlen und wird sich dann für das Smartphone mit der längeren Standby-Zeit entscheiden. Außerdem sollen im Betrieb möglichst viele Apps auf dem Smartphone laufen können, ohne dass es ständig wieder neu geladen werden muss.