Deloitte-Studie: Smartphones sind mehr Kamera als Telefon

Die reine Sprachtelefonie verliert auf Smartphones immer mehr an Bedeutung und wird durch Messaging-Dienste ersetzt. Die Fotografie erweist sich zunehmend als echtes Killer-Feature.

2.000 Menschen aus Deutschland beteiligten sich an der Studie.
(Foto: Deloitte)

Wie der aktuelle »Global Mobile Consumer Survey« von Deloitte zeigt, wird die Smartphone-Kamera für viele Nutzer immer wichtiger: 63 Prozent verwenden ihr Mobiltelefon mindestens einmal pro Woche zum Fotografieren. Die hohe Qualität der Kameras und die Möglichkeit, die Bilder via App und Internet zu teilen, sind hierfür die ausschlaggebenden Faktoren. Ein Drittel der Deutschen teilt die Bilder wöchentlich oder täglich, bei den jungen Verbrauchern sind es 45 Prozent.

Die reine Sprachtelefonie verliert hingegen an Bedeutung und wird durch Messaging-Dienste ersetzt. Dabei ist die Nutzung der Sprachtelefonie über alle Altersgruppen hinweg rückläufig. Nur noch 52 Prozent bedienen sich regelmäßig mobiler Sprachdienste – beeinflusst durch die populären Messaging-Angebote. Neue Social Media-Apps wie Instagram und Snapchat sind in der jüngeren Zielgruppe (18 bis 24-jährige) allerdings deutlich weiter verbreitet als beim Durchschnitt. So wird beispielsweise Snapchat von fast einem Drittel (30 %) der Youngster verwendet, während insgesamt nur sieben Prozent das Angebot nutzen. Whatsapp und Facebook sind indes bei allen Altersklassen beliebt. Whatsapp wird auf vier von fünf Smartphones genutzt (79 %). Jeder zweite Nutzer verwendet Facebook – unter den 18 bis 24-jährigen sind es 70 Prozent.

Der Markt für mobile Hardware stagniert. Der mobile Gerätepark der deutschen Verbraucher ist in diesem Jahr nicht nennenswert gewachsen. Zwar stieg der Absatz von Smartphones um vier Prozentpunkte, in allen anderen Kategorien stagniert er jedoch. Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Tablets. Sie scheinen den Zenit ihrer Verbreitung erreicht zu haben. Ein neues Smartphone wollen sich in den nächsten zwölf Monaten immerhin 30 Prozent zulegen. In allen Kategorien sind die entsprechenden Werte gegenüber dem Vorjahr aber klar zurückgegangen.

»Das Smartphone hat sich vom reinen Kommunikationsendgerät hin zum universellen mobilen Begleiter entwickelt. Gerade die neue Lust am Fotografieren ist bemerkenswert – hier hat nicht nur die hohe Qualität der Smartphone-Kameras einen Boom ausgelöst, sondern auch die steigende Beliebtheit von WhatsApp, Snapchat, Instagram und Co.«, erklärt Dr. Andreas Gentner, Partner/TMT EMEA Lead bei Deloitte. »Die Mobilfunkbranche zeigt in zahlreichen Segmenten Zeichen von Stagnation. Anbieter können aber weiterhin Wachstum generieren, indem sie den Markt neu beleben. So könnte beispielsweise die Beliebtheit von Sprachassistenten für eine Aufwertung des Connected Car sorgen, Smartphone-Fotografie neue Angebote aus der Cloud ankurbeln und Voice over LTE der Sprachtelefonie neue Impulse verliehen«, resümiert Gentner. An der weltweit durchgeführten Deloitte-Studie nahmen 2.000 Menschen aus Deutschland teil.