Robo Advisory: Automatisierte Geldanlage per Algorithmus: Wenn der Computer das Portfolio managt

Angesichts niedriger Zinsen empfiehlt sich für Privatanleger wie für Unternehmen ein Invest am Kapitalmarkt. Welche Vorteile ein Depot bei einem »Robo Advisor« gegenüber einem Bankberater aus Fleisch und Blut bieten kann, erläutert der Gründer der Robo-Advisory-Plattform Growney, Gerald Klein.

(Foto: Fotolia 175007810 Elnur)

Werden die Deutschen zu Sparmuffeln? Einer Statista-Umfrage aus dem Jahr 2016 zufolge legt lediglich die Hälfte der Bundesbürger regelmäßig Geld zurück. 2015 waren es noch 64 Prozent. Die Unlust ist verständlich, denn die liebsten Anlageformen haben sich zu Geldvernichtungsmaschinen entwickelt: Die Verzinsung liegt aktuell zumeist deutlich unterhalb der derzeitigen Inflationsrate.

Doch welche Alternativen gibt es? Gold gilt oft als sicherer Hafen. Doch hier ist Vorsicht geboten: Edelmetalle schaffen aus sich keine Werte. Ihre Preisentwicklung ist sehr schwankend und es gibt auch keine laufende Ausschüttung. Viele Investoren greifen zu Betongold. Dementsprechend hoch bewertet sind Wohn- und Gewerbeimmobilien bereits. Beobachter warnen schon vor einer Spekulationsblase. Außerdem verursacht eine eigene Immobilie hohe Nebenkosten. Hinzu kommt eine sehr niedrige Flexibilität und Liquidität.

Flexibler ist ein Investment an den Kapitalmärkten. Wertpapiere lassen sich in der Regel sehr schnell und einfach kaufen und verkaufen, vorausgesetzt der Markt ist ausreichend liquide. Vor allem aber macht der Renditeaspekt eine Investition an den Börsen attraktiv. Wer 1990 sein Geld in den deutschen Leitindex DAX investiert und bis Ende 2015 gehalten hat, konnte sich nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts über eine durchschnittliche jährliche Rendite von 8,5 Prozent freuen.