Manipulation im Wahlkampf: Auch bei Twitter russische Propaganda

Bei der Aufarbeitung des Verdachts einer russischen Einmischung in den US-Wahlkampf stand Twitter bisher weniger im Fokus als Facebook. Jetzt fand auch der Kurznachrichten-Dienst Dutzende verdächtige Accounts.

US-Kongress wurde bereits informiert

Twitter hatte am Donnerstag hinter verschlossenen Türen im US-Kongress über die Erkenntnisse informiert. Senator Mark Warner, der eine führende Rolle im Geheimdienstausschuss spielt, zeigte sich danach sehr unzufrieden. Der Bericht von Twitter sei enttäuschend und inadäquat gewesen. «Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass sie verstehen, wie ernst das Problem ist», schrieb er bei Twitter. Ausländische Einmischung in den Wahlkampf ist in den USA grundsätzlich verboten. Die russische Regierung bestreitet, etwas mit den Kampagnen zu tun zu haben.

Twitter betonte zugleich, man unternehme massive Anstrengungen, um die Plattform sauber zu halten. Weltweit entdeckten die automatisierten Systeme des Kurznachrichtendienstes 3,2 Millionen verdächtige Accounts pro Woche. Das seien doppelt so viele wie vor einem Jahr. Die Software könne am Verhalten erkennen, ob sie es mit menschlichen Twitter-Nutzern oder automatisierten Profilen zu tun habe. Seit Juni würden täglich 130 000 Accounts entdeckt, die versuchten, die Listen von Trend-Themen zu manipulieren. Zugleich bleibt Twitter bei der bisherigen Schätzung, dass Bots nur etwa fünf Prozent der Profile ausmachen. Sie würden nicht in der Zahl monatlich aktiver Nutzer berücksichtigt, die zuletzt bei 330 Millionen lag.

Übersicht