Chrome unangefochtene Nummer Eins: Firefox wird zum Nischenprodukt

Der einst populäre Browser Firefox wird immer weniger genutzt, weltweit beträgt der Marktanteil nur noch sechs Prozent. Experten machen auch Googles aggressives Werben für Chrome dafür verantwortlich.

(Foto: Nmedia - Fotolia)

Immer weniger Nutzer setzen Firefox ein, wenn sie im Netz unterwegs sind. Obwohl Mozilla seinen Browser stets weiterentwickelt, Sicherheitslücken schließt, an der Performance schraubt und Features hinzufügt, hat Firefox laut der Analysplattform »StatCounter« weltweit nur noch sechs Prozent Marktanteil. Unangefochtene Nummer Eins dagegen ist Chrome mit knapp 54 Prozent, gefolgt von Apples Safari mit 14,4 Prozent. Sogar der UC-Browser hat es mit knapp 8,6 Prozent noch vor Firefox geschafft. Microsofts IE liegt mit lediglich 3,93 Prozent knapp vor Opera mit 3,82 Prozent.

In einem aktuellen Blogpost äußert sich Andreas Gal, der eheamlige CTO von Firefox, zu den schwindenden Marktanteilen und bestätigt die seit Jahren fallenden Firefox-Installationen. Demnach sind weltweit 22 Prozent weniger Firefox-Installationen als noch vor einem Jahr aktiv — in absoluten Zahlen ausgedrückt gingen die Installationen um 16 Millionen zurück. Während der Rückgang in den vergangenen Jahren immer im 10-Prozent-Bereich gewesen sei, habe er sich im Jahr 2016 auf 14 Prozent beschleunigt.

Für den immer schneller werdenden Niedergang von Firefox macht Gal vor allem Marktführer Google und dessen aggressive Marketingstrategie verantwortlich und zieht zum Beweis Screenshots von Firefox-Entwickler Chris Lord heran. Seiner Meinung nach nutzt Google die Monopol-Stellung seiner Internet-Dienste wie der Suchmaschine, Google-Mail, Google Calendar und auch Youtube aggressiv aus, um Internetnutzer immer häufiger mit Chrome-Werbung zu konfrontieren. »Der Browsermarkt ist gesättigt und in so einem gesättigten Markt ist es schwer zu bestehen, wenn dein größter Konkurrent Zugang zu freier Werbung im Wert von Milliarden Dollar hat«, so Gal.

Da es auch für Google im Browsermarkt schwierig sei, neue Kunden zu gewinnen, konzentriere man sich darauf, Nutzer von Konkurrenten wie Firefox abzuwerben. Auch deshalb hätten sich die Verluste von Firefox in den vergangenen Monaten so sehr beschleunigt, obwohl das Mozilla-Produkt Chrome in vielen Belangen ebenbürtig sei und ihn manchen Bereichen wie der Speichernutzung sogar übertrumpfe. »Allerdings spielen solche Argumente in diesem Markt einfach keine Rolle.«

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Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von PC-Flüsterer Bremen , 07:28 Uhr

1. "Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast." Die Zählung von Browsern ist grundsätzlich schwierig und mit großer Unsicherheit behaftet. Unterschiedliche Zählungen kommen zu ganz verschiedenen Ergebnissen. Vielfach geben sich Browser als ein anderer aus, sei es zur Umgehung von "Kompatibilitäts"-Warnungen oder -Sperren, sei es zum Schutz der Privatsphäre. Den konkreten Zahlen der kommerziellen (!) Firma Statcounter traue ich schon gar nicht.

2. Unabhängig von der Belastbarkeit der Zahlen stimmt der angegebene Trend. Einige Gründe stehen in Ihrer Meldung: Googles aggressive Methoden für die Verbreitung von Chrome, sowie Android. Was fehlt, ist die Mitschuld von Mozilla. Zuletzt hat die Änderung des API für Erweiterungen viele Entwickler und Benutzer vergrault. Schon vorher ist FF mit jeder neuen Version größer und träger geworden. Was war Herr Gal noch? Ach ja, Technikchef bei Mozilla! Er sollte sich mal an die eigene Nase fassen.