Folgen der G20-Proteste: Marodierende Hilfssheriffs im Netz

Die Aufarbeitung der G20-Krawalle im Netz zeigt, wie schnell Fake News Grundrechte und die persönliche Sicherheit Einzelner zerstören können. Das Problem: Der Staat scheint an dieser Stelle machtlos.

(Foto: Polizei Hamburg / Twitter)

Während das politische Erbe der G20-Gespräche in Hamburg — diplomatisch formuliert — überschaubar bleibt, werden vor allem die Krawallbilder aus der Hansestadt mit brennenden Autos, eskalierenden Demos und Straßenschlachten zwischen Autonomen und der Polizei in dauerhafter Erinnerung bleiben. Zur Aufarbeitung der Geschehnisse setzt die Polizei Hamburg zusammen mit dem BKA auf ein Hinweisportal, über das Zeugen eigene, noch nicht ver­öffentlichte Fotos oder Videos von Straftaten in diesem Kontext hochladen können. Das eigentlich hehre Ziel: Die allgegenwärtigen Smartphones und die entstandenen Bilder nutzen, um während der Krawalle begangene Straftaten auch noch im Nachgang aufklären zu können.

Das Portal erwies sich für die Beamten wie auch in der Vergangenheit als Goldgrube. Innerhalb nur weniger Stunden gingen laut Angaben der Hamburger Polizei mehr als 1.000 Bilddateien ein, die man nun mit Hochdruck sichte und katalogisiere. Allerdings schien das Hinweisportal viele Nutzer zu motivieren, private Fahndungsaufrufe zu starten. Der Startschuss für eine Spirale aus Denunziationen und Fake News, die auch die Polizei Hamburg vor große Probleme stellte.

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