Stärkung des Direktvertriebs: Oracle wendet sich vom Channel ab

Der Software-Konzern stellt 1.000 neue Mitarbeiter ein – für »Oracle Digital Hubs« in mehreren Städten und damit für den direkten Vertrieb.

Oracles Deutschlandzentrale in München
(Foto: CRN)

Eine Pressemitteilung von Oracle verkündete, man stelle 1.000 neue Vertriebsmitarbeiter ein, EMEA-weit und noch in diesem Jahr. Unter dem Motto »Change Happens Here« starte das Cloud-Unternehmen seine größte Recruiting-Initiative 2017. Gesucht würden Kandidaten mit unterschiedlichem Werdegang, die zwei bis sechs Jahre Berufserfahrung in den Bereichen HR, Recruiting, Marketing, Finance, Supply Chain oder Vertrieb vorweisen könnten. Klar ist, dass Oracle mit der Initiative das Wachstum seines zuletzt guten Cloud-Geschäfts weiter ausbauen will.

Nicht auf Anhieb klar ist hingegen, für welche Kunden die neuen Vertriebler arbeiten sollen. Erst nach mehreren Nachfragen der CRN wird deutlich, dass damit nicht etwa Vertriebspartner von Oracle gemeint sind. Vielmehr werden die neuen Mitarbeiter für den Einsatz in »Oracle Digital Hubs« angeworben, etwa in Amsterdam, Dublin, Dubai, Malaga und Prag. Diese Digital Hubs richten sich an Endkunden. Fazit: Oracle baut den Direkt-Vertrieb massiv aus. Das passt zu den jüngsten Turbulenzen im US-amerikanischen Oracle-Channel, als Mark Hurd ganze Abteilungen für den indirekten Vertrieb aufgelöst und langjährige Oracle-Veteranen entlassen hatte.

Tino Scholman, VP Oracle Cloud EMEA, pries die Einstellungs-Offensive: »Unser Cloud-Geschäft wächst mit rasender Geschwindigkeit, deshalb ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, um eine neue Generation talentierter Köpfe ins Unternehmen zu holen. Wir suchen nach eigenverantwortlich arbeitenden, motivierten und findigen Networking-Talenten, die für unsere Kunden die bestmöglichen Transformationserfolge und für Oracle Top-Ergebnisse erzielen wollen«. Der Channel dürfte davon aber kaum profitieren.