Erste Version (1507) wird nicht mehr unterstützt: Gefahr durch Support-Ende für Windows 10

Obwohl sie schon seit fast zwei Monaten keine Sicherheitsupdates von Microsoft mehr erhält, nutzen noch immer viele Privatkunden und auch Unternehmen die erste Version (Build 1507) von Windows 10 und begeben sich damit unnötig in Gefahr.

(Foto: Rallinger - Fotolia)

Vor lauter Freude über das neue Betriebssystem vergessen offenbar allzu viele private und auch professionelle Nutzer, dass Microsoft mit Windows 10 auch seine Update- und Support-Strategie grundlegend umgestellt hat. Zum einen werden die wichtigen Sicherheits-Patches statt nun nicht mehr wie bisher wochenlang gesammelt und an einem festen monatlichen Patch-Day ausgerollt, sondern möglichst zeitnah veröffentlicht und durch tiefergehende monatliche »Qualitäts-Updates« ergänzt, die auch neuste Entwicklungen bei Malwareangriffen berücksichtigen. Zum anderen werden nun zweimal jährlich neue Versionen mit grundlegenden Sicherheits- und Funktions-Updates veröffentlicht, wie zuletzt im April das Creators Update. Damit einhergehend werden aber auch die Support-Zyklen für die einzelnen Builds verkürzt. Dieses Vorgehen soll eigentlich dafür sorgen, dass die Installationsbasis im Gegensatz zum früher oft vorherrschenden Versions- und Service-Pack-Chaos immer möglichst homogen gehalten wird und somit gleichzeitig ein höchstmögliches Maß an Sicherheit bietet. Allerdings funktioniert das nur, wenn die Nutzer die entsprechenden Updates auch zeitnah einspielen.

Dies ist jedoch bei vielen Nutzern nicht der Fall, wie sich jetzt mit dem Auslaufen des Supports für den ersten Windows-10-Build (1507) gezeigt hat. Eigentlich sollte diese Version schon im März ihren »End of Service« erreichen und damit nicht mehr mit neuen Sicherheitsupdates versorgt werden. Da jedoch noch immer zu viele Nutzer mit der veralteten Version arbeiteten, hatte Microsoft die Frist im Frühjahr bereits freiwillig bis Anfang Mai verlängert. Auch dieses Datum haben aber offenbar noch immer zahlreiche Nutzer verstreichen lassen, ohne ihr Windows 10 auf den aktuellen Stand zu bringen. Zwar nennt Microsoft keine konkreten Zahlen, hält die Bedrohung aber für dringlich genug, die Betroffenen nun noch einmal eindringlich mit einem aktuellen Blogbeitrag und entsprechenden Update-Benachrichtigungen im System selbst auf die Risiken hinzuweisen, denen sie sich aussetzen, wenn sie die wichtigen Updates weiterhin verschlafen oder bewusst blockieren. »Sie können diese Version zwar weiterhin benutzen und ihr Computer wird damit weiterhin funktionieren, allerdings erhalten Sie keine monatlichen Qualitäts-Updates mehr, die Sie vor aktuellen Sicherheitsbedrohungen schützen«, so Microsofts eindeutige Mahnung.

Wer sich nicht sicher ist, welche Version von Windows 10 er derzeit nutzt, kann dies mit einem einfachen Schritt überprüfen und in die Suchzeile den Begriff »Winver« eintippen und mit Enter bestätigen – schon zeigt Windows 10 seinen aktuellen Stand an. Alternativ kann man seinen aktuellen Update-Stand auch direkt online auf der Windows 10 Security-Seite überprüfen lassen. Ist die eigene Windows-Version veraltet, müssen die Update-Einstellungen überprüft und angepasst werden. Bei den meisten Installationsproblemen mit Windows 10 und einzelnen Updates hilft dieser Artikel von Microsoft weiter.

Kommentare (6) Alle Kommentare

Antwort von PC-Flüsterer Bremen , 12:06 Uhr

Windows 10 (W-X) muss man, wie alle Windows-Versionen, in jedem Falle sofort aktualisieren. Microsoft (MS) hat zwischen Anfang Mai und Ende Juni innerhalb von sechs Wochen drei mal Notfall-Updates veröffentlichen müssen. Der Grund: In der "Schutz" Software von MS (Defender und Security Essentials) wurden jeweils Sicherheitslücken mit sehr hohem Risiko (höchste Warnstufe) gefunden! Teils wurden die Lücken schon ausgenutzt. Diese unfähige und sogar gefährliche "Schutz" SW ist seit Windows 8 im System eingebaut. Wenn man die entfernen und durch einen erwachsenen Virenschutz (GData) ersetzen will, muss man selbst Hand anlegen. Wer wirklich sicher arbeiten will, verwendet Linux.

Antwort von Clausi , 08:46 Uhr

Wann lernen eigentlich mal die Kunden und Unternehmen dass neue Versionen auch mit neuen Sicherheitsfeatures ausgestattet sind? Die "Bösen Buben" suchen sich immer neue Wege um die Sicherheitsfeatures zu umgehen und da hilft nun mal einfach nur eine Pflege des Betriebssystems. Und davon mal abgesehen? Wie "füllt Microsoft seine Taschen mit Geld" wenn die Updates kostenlos zur Verfügung gestellt werden? Das erschließt sich mir nicht ganz.

Die Arbeitsbedingungen ändern sich und nur wenn die Gegebenheiten angepasst werden findet auch hier Veränderung statt. Ein Excel von vor 10 Jahren kann genauso mit Formeln umgehen wie ein aktuelles Excel. Aber die Zusammenarbeit kann ganz anders gestaltet werden. Online, zeitgleich auf einem Dokument inkl. Chat um sich auszutauschen. Und auch der Schutz bleibt nicht zu kurz. Verifizierte Anmeldung, Multi-Factor-Authentifizierung, Rights Managemt mit Verschlüsselung, etc.

Man muß sich nur auch mit den Themen auseinandersetzen statt grundlos zu schimpfen.

Wer sich bei Microsoft nicht wohl fühlt soll doch zu Linux und Co. wechseln. Es wird niemand gezwungen.

Antwort von Herbi13 , 08:01 Uhr

Wann lernt Microsoft eigentlich einmal, dass die Betriebssysteme zum Arbeiten da sind und nicht nur dazu Microsoft die Taschen mit Geld zu füllen? Statt ständig "neue" Versionen auf den Markt zu bringen, bei denen dann die alten Funktionen umbenannt und in neuen - jetzt noch besseren Menüstrukturen - versteckt werden, sollte Microsoft endlich einmal die Systeme sicherer machen. Dabei ist die Cloudstrategie der schlechteste Weg für die Geschäftswelt!

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Antwort von Scorpi , 10:08 Uhr

Lange nicht mehr so einen Schwachsinn gelesen. Das ist nicht nur hier der erste der meckert sondern auch dann wenn Sicherheitslücken im eigenem System ausgenutzt werden.

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Antwort von Martin Scholz , 15:02 Uhr

Mit Sicherheitsupdates hätte glaub ich niemand ein Problem, die "Feature" Updates sind m.M.n. das Problem, der normale Benutzer versteht das nicht, dass er im Prinzip auf der alten Kiste ein neues Windows bekommt. Irgendwann wird dann die Hardware nicht mehr unterstützt /extrem langsam, und dann geht das Drama los.

MS denkt, die Kunden kaufen alle 3 Jahre nen neues Gerät - das ist aber bei Kleinunternehmen nicht so - die laufen 5-7 Jahre - früher war das kein Problem - ich bin ja mal gespannt auf die Zukunft.

Gezwungen wird man nicht unbedingt - nur hat MS eine marktbeherrschende Stellung und nutzt die mMn derzeit aus. Mal sehen, den Bogen kann man nur bis zu einem gewissen Punkt spannen.

Und den ganzen Cloud-Mist sehen wir in nen paar Jahren, wenn das erste Rechenzentrum mal ordentlich angegriffen wurde - von wem und wie auch immer - und dann mit Datenverlust / Ausfall von Tagen Produktionen usw. down ist - dann wird das spassig. Atomkraftwerke sind ja auch sicher (hab ich mal gehört) Cloud rechnet sich nur für die Anbieter - langfristig für kleine Kunden selten bis nie - aber wir werden sehen.